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CDU : Parteispitze stellt sich hinter Merkel

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Stoiber: Debatte um Merkel „absurd und lächerlich” Bild: dpa

Nach dem Machtwort der Parteivorsitzenden Merkel demonstriert das CDU-Präsidium heute Geschlossenheit. Es fordert ein Ende der „Interviewkriege“.

          Die CDU demonstriert Einigkeit. Nachdem die Parteivorsitzende Angela Merkel am Wochenende angekündigt hatte, Quertreiber in der Debatte um die Kanzlerkandidatur zur Rechenschaft zu ziehen, zeigten die Granden der CDU am Montag unverhofft geschlossene Reihen. Auch CSU-Vorsitzender Edmund Stoiber sprang Merkel bei.

          „Sie ist Parteivorsitzende und macht ihre Sache gut“, sagte Stoiber vor einer CSU-Vorstandssitzung im niederbayerischen Landshut. Die Diskussion um Merkel sei „absurd und lächerlich“, er könne damit nichts anfangen. „Jeder, der dazu einen Beitrag leistet, leistet einen Beitrag zur Zerstrittenheit“, meinte der bayerische Ministerpräsident. Die Bürger interessiere die Einigung vom Wochenende um den Länderfinanzausgleich mehr als „irgendwelche Diskussionen in Hinterzimmern oder auch in der zweiten oder dritten Reihe“.

          Jahrmarkt der Eitelkeiten

          Auch Hamburgs CDU-Fraktionsvorsitzender Ole von Beust dringt auf ein Ende der Diskussion um den künftigen Kanzlerkandidaten der Unionsparteien. Von Beust sprach von einem „Jahrmarkt der Eitelkeiten und Interviewkrieg“, der „nicht sehr hilfreich“ sei. Er erwarte, dass sich jeder in der Partei in Wahlkämpfen zusammennehme. In Wahlzeiten müssten alle an einem Strang ziehen. Im September wird in Hamburg eine neue Bürgerschaft gewählt. Von Beust sagte, die CDU mache teilweise den gleichen Fehler wie ihn die SPD in ihrer Oppositionszeit gemacht habe.

          „Rückhalt im Präsidium“

          Der hessische Ministerpräsident Roland Koch, lange als möglicher Widersacher Merkels in der Kandidatenfrage gehandelt, sagte, Merkel habe verdient, dass man sich loyal hinter sie stelle. An dieser Haltung werde sich im Präsidium nichts ändern. Der thüringische Ministerpräsident Bernhard Vogel sagte über Merkel: „Sie hat im Präsidium ganz offensichtlich einen großen Rückhalt.“ Vogel sagte, Merkel habe dazu aufgefordert, dass der eine oder andere in der Partei mehr Disziplin aufbringen sollte. „Und damit hat sie Recht", fügte er hinzu. Die Vorsitzende der Jungen Union, Hildegard Müller, rief alle in ihrer Partei dazu auf, sich jetzt darauf zu konzentrieren, einen Wahlsieg bei der Bundestagswahl 2002 möglich zu machen.

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