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Caroline Kennedy : Von altem amerikanischen Adel

  • -Aktualisiert am

Barack Obama findet Caroline Kennedy „wundervoll” Bild: AP

JFK, Jackie, Bobby, Onkel Teddy - Caroline Kennedy hat prominente Verwandte. Nun zeigt auch der Spross der traditionsreichen demokratischen Familie politische Ambitionen. Obama sagt, sie sei wundervoll. Zur Nachfolge Hillary Clintons im Senat sagt er nichts.

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          Mit klassischem Understatement, das ihre herausgehobene Rolle erst recht betonte, hat Caroline Kennedy bestätigt, was schon vor Tagen auf den Titelseiten der amerikanischen Zeitungen zu lesen war. „Wie manche von Ihnen schon gehört haben mögen, würde ich mich geehrt fühlen, für den Posten eines amerikanischen Senators in Erwägung gezogen zu werden.“

          Die Tochter John F. Kennedys und Jacqueline Kennedy Onassis' beschrieb am Mittwochnachmittag noch etwas scheu ihren Wunsch, zur Nachfolgerin von Senatorin Hillary Clinton ernannt zu werden. Die ehemalige First Daughter versprüht im Alter von 51 Jahren naturgemäß nicht mehr den jugendlichen Charme, mit dem ihre Eltern die Amerikaner einst bezauberten. Aber die Philanthropin mit dem berühmten Namen brächte Noblesse mit, für die sich die älteste Demokratie der Moderne traditionell besonders empfänglich zeigt.

          Die Entscheidung darüber, wer den Senatsposten von Hillary Clinton bekommt, wenn diese amerikanische Außenministerin wird, liegt allein beim New Yorker Gouverneur David Paterson. Zur intensiven Lobbyarbeit interessierter Kandidaten und ihrer Verbündeten hatte der Demokrat schon vor einiger Zeit scherzhaft bemerkt, der Wettbewerb erinnere ihn an eine „Fernseh-Realityshow“. Die Einschaltquoten dafür sind sprunghaft gestiegen, seit zu den Teilnehmern ein Mitglied der Kennedy-Dynastie gehört.

          Das Amt ist für Kennedys eine schwere Bürde

          Welche Qualifikationen sie denn für das Amt mitbringe, wollten Journalisten von Caroline Kennedy wissen, als sie am Mittwoch in Syracuse ihr Debüt in der Kampagne für den Senatsposten der ehemaligen First Lady gab. Kennedy setzte schon zu einer Antwort an, als ein Mitarbeiter sie stoppte und zum Auto geleitete. „Das ist ja wie damals bei Sarah Palin“, beschwerten sich Reporter der „New York Times“. Später, in Rochester, durfte Caroline Kennedy, die im Schatten des Kennedy-Mythos heranwuchs, dann doch etwas zu ihrer Eignung für den Posten sagen, den nicht erst seit Hillary Clintons Einzug in den Senat eine besondere Aura umweht.

          Denn der Sitz ist aufs engste mit dem politischen Wirken und dem tragischen Schicksal der Kennedys verknüpft. Von 1965 bis zu seiner Ermordung im Präsidentschaftswahlkampf 1968 hatte Robert F. „Bobby“ Kennedy, der charismatische Onkel von Caroline Kennedy, den Posten inne. Eine schwere Bürde ist das für eine Kandidatin, die sich bis vor wenigen Monaten aus der Politik ferngehalten hat, zumal bei einem Einzug in den Senat in wohl nicht allzu ferner Zeit das politische Erbe ihres Onkels, Senator Edward Kennedy, hinzukommen dürfte. Der 76 Jahre Doyen des linken Flügels aus Massachusetts ist an einem bösartigen Hirntumor erkrankt.

          „Ich könnte wirklich Wandel nach Washington bringen“

          Für die junge Caroline wurde Ted Kennedy nach der Ermordung von JKF in mancher Hinsicht Vaterersatz. „Onkel Teddy“ war es, der Caroline zum Traualtar geleitete, als sie 1986 den Kurator und Künstler Edwin Schlossberg heiratete. Noch heute verbindet die beiden Kennedys ein inniges Verhältnis. Die politischen Ambitionen seiner Nichte unterstützt der Patriarch des Clans nach Kräften. Schließlich haben die Kennedys, seit JFK 1952 zum Senator von Massachusetts gewählt wurde, stets einen Sitz im Oberhaus in Washington gehalten.

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