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Burma : Vorwand für ein vorgefertigtes Urteil

  • -Aktualisiert am

Bild: reuters

Solange China der Auffassung ist, es sei in seinem Interesse, ein „stabiles“ Regime in Burma an der Macht zu wissen, werden westliche Appelle für die Freiheit der Friedensnobelpreisträgerin verpuffen. Erst wenn China ernsthaft um seinen Ruf fürchten müsste, hätte Aung San Suu Kyi eine Chance.

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          Ein Regime, das so „gestrickt“ ist wie die Militärjunta in Burma, wird nie glauben, dass ein Mensch, der heimlich den „Staatsfeind Nummer eins“ aufsucht, harmlos und unpolitisch ist. Ob der Amerikaner, der in das Haus der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi eindrang, „unpolitisch“ ist, ist von außen schlecht zu beurteilen.

          Dass der Eindringling für die Generäle wie gerufen kam, darf aber als sicher gelten. Denn sie haben jetzt - wieder einmal - einen Vorwand, die Frau, die sie immer noch fürchten, vor Gericht zu stellen. Das Urteil werden sie auch schon vorgefertigt haben. Danach wäre wieder für einige Jahre Ruhe. Mit dieser Strategie ist die Militärjunta bisher immer durchgekommen. Zwar gibt es weiterhin Sanktionen. Aber deren Sinn wird auch in den Staaten, die sie einst verhängt haben, immer wieder einmal bezweifelt.

          Und solange China der Auffassung ist, es sei in seinem Interesse, ein „stabiles“ Regime in Burma an der Macht zu wissen, werden westliche Appelle verpuffen. Erst wenn China ernsthaft um seinen Ruf fürchten müsste, hätte Aung San Suu Kyi eine Chance.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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