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Burkina Faso : Armee stellt sich auf Zidas Seite

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Oberst Isaac Zida verspricht „staatliche Kontinuität“ und einen „ruhigen demokratischen Übergang“ Bild: AFP

Der Machtkampf in der Militärführung von Burkina Faso ist vorerst beendet: Die Armee unterstützt Oberst Isaac Zida. Der zurückgetretene Präsident Compaoré setzt sich in die Elfenbeinküste ab.

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          Nach dem Rücktritt des langjährigen Präsidenten von Burkina Faso haben sich die Streitkräfte des westafrikanischen Landes auf einen Chef der künftigen Übergangsregierung geeinigt. Damit wurde nach weniger als einem Tag der Machtkampf zwischen zwei ranghohen Armeevertretern beigelegt.

          Das Militär stellte sich am Samstag geschlossen hinter Oberstleutnant Isaac Zida, der sich am Morgen im Rundfunk zum neuen Staatschef erklärt hatte. Der Präsidentengardist bootete damit den Kommandeur der Streitkräfte, General Honore Traore, aus.

          Dieser hatte nach dem Rücktritt von Präsident Blaise Compaore am Freitag die Macht übernommen. Vorausgegangen waren Massenproteste gegen eine Verfassungsänderung, die Compaore eine weitere Amtszeit ermöglicht hätte.

          Zida verspricht raschen Übergang zur Demokratie

          Nach der Rundfunkansprache Zidas, in der er die Macht für sich beanspruchte, patrouillierten ihm getreue Truppen durch die Hauptstadt Ouagadougou. Zida hatte seinen Schritt damit begründet, ein Abgleiten des verarmten Landes in die Anarchie verhindern und einen raschen Übergang zur Demokratie sicherstellen zu wollen.

          In Burkina Faso, das früher Obervolta hieß, ist seit der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1960 sieben Mal ein Militärvertreter Staatsoberhaupt geworden. Frankreich wie auch die Vereinigten Staaten verfolgen die Krise genau, weil beide militärisch mit dem bisherigen Präsidenten Compaore verbündet waren - nicht zuletzt im Kampf gegen Islamisten.

          Compaore hält sich in der Elfenbeinküste auf

          Compaore traf unterdessen nach Angaben der Elfenbeinküste in dem Nachbarland ein. Militärkreisen zufolge hält er sich dort mit seiner Familie in einem Badeort nahe der Wirtschaftsmetropole Abidjan auf. Der 63-Jährige hatte sich 1987 an die Macht geputscht.

          Mit dem Versuch, durch eine Verfassungsänderung seine Amtszeit abermals zu verlängern, löste er Massenproteste aus. Am Freitag trat er zurück.

          Burkina Faso ist der viertgrößte Goldproduzent in Afrika. Dort sind Firmen wie TrueGold und Randgold Resources aktiv.

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