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Burda-Chef im Interview : „Wir werden alle manipuliert“

Paul-Bernhard Kallen, CEO der Hubert Burda Media Holding Bild: Gierke, Dominik

Im Internet läuft viel schief, findet Paul-Bernhard Kallen. Im Gespräch mit der F.A.Z. fordert der Chef der Hubert Burda Media neue Regeln für Facebook, Google & Co. – und mehr Selbstdisziplin von ARD und ZDF.

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          In der öffentlichen Aufregung über den Datenmissbrauch bei Facebook ist Paul-Bernhard Kallen ganz gelassen. Nicht, dass ihn der Fall kalt lassen würde, im Gegenteil. Aber der Vorstandschef der Hubert Burda Media SE („Focus“, „Bunte“, „Holidaycheck“) hat schon vor Jahren davor gewarnt, wie amerikanische Internetkonzerne mit der Privatsphäre der Menschen gewinnmaximierende Geschäfte machen. „Es braucht wahrscheinlich erst den Missbrauch, damit die Aufmerksamkeit da ist. Überrascht sein darf niemand, denn die wesentlichen Fakten sind seit Langem bekannt“, sagt Kallen im Gespräch mit der F.A.Z. Denn dass jeder Klick, jeder Kommentar der Facebook-Nutzer vermarktet wird, damit aber auch der Manipulation Tür und Tor geöffnet werden, ist für Kallen nur eine logische, wenn auch negative Begleiterscheinung des Geschäftsmodells des Netzwerks.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Tatsächlich ist der Cambridge-Analytica-Fall mit den 50 Millionen weitergegeben Kundendaten nur der spektakulärste in einer Reihe an Skandalen, die Facebooks Ruf beschädigt haben. Schon während des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs vor zwei Jahren fiel das Netzwerk mit einer Vielzahl von erfundenen und bösartigen Meldungen auf. Doch für viele Menschen wird erst jetzt das gewaltige Desinformationspotential sichtbar und der Ruf nach einer Rechenschaft der Plattform immer lauter.

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