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Bundeswehr verlässt die Türkei : Abzug der „Patrioten“

Der Abzug der Bundeswehr aus der Türkei ist ebenso richtig wie es die Stationierung vor drei Jahren war. Denn die Gefahr eines syrischen Angriffs ist nun gering. Jenseits der Grenze aber geht das Morden weiter.

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          Vor drei Jahren war es richtig, Bundeswehrsoldaten und „Patriot“-Raketenabwehrbatterien in der Türkei zu stationieren. Denn das syrische Regime kontrollierte weite Abschnitte der Grenze zur Türkei, und es bestand die Gefahr, dass Assads Armee das Nachbarland angreifen würde. Heute ist es ebenso richtig, die Soldaten abzuziehen.

          Das syrische Regime hat sich geschwächt nach Süden zurückgezogen; die Grenze kontrollieren nun Akteure, die für die Türkei keine Gefahr darstellen: von Ankara geförderte islamistische Extremisten und syrische Kurden.

          Zudem verringert die Schutzzone, welche die Türkei auf syrischem Territorium einrichten will, das Risiko. Ankara will dort syrische Kriegsflüchtlinge ansiedeln, die zunächst vor den Angriffen des Regimes in der Türkei Zuflucht gefunden hatten. In der Schutzzone werden sie dann in größerer Gefahr leben, wenn eine Flugverbotszone sie nicht vor Assads Fassbomben schützt und Bodentruppen sie nicht vor dem „Islamischen Staat“ abschirmen.

          Die Gefahr, dass die Türkei aus Syrien angegriffen wird, ist gering. Jenseits der Grenze aber geht das Morden weiter.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

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