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Bundeswehr in Afghanistan : „Manchmal ist das schon ein Scheißjob“

  • -Aktualisiert am

Der Außenposten in Baghlan: Er zählt zu den gefährlichsten Stützpunkten der Bundeswehr - ein Ort, über den die Politiker in Berlin lieber nicht reden Bild: Marco Seliger/FAZ

Der Einsatz der deutschen Soldaten in Afghanistan ist voller Gefahren. Deutsche Soldaten machen gemeinsame Sache mit gedungenen Schurken. Aber sie haben ihr Handwerk gelernt. Es ist Kriegshandwerk.

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          Vielleicht war es einer der Bewaffneten, die jetzt vorn am Drahtverhau stehen, der dem Selbstmordattentäter die letzten Instruktionen gab. Ihm erklärte, wie er es am besten anstellt, um die deutschen Soldaten aus ihrem Stützpunkt an der Brücke zu locken: Täusche eine Verletzung vor, bitte um Hilfe. Florian Pauli war Sanitäter, verließ den Schutz der Fahrzeuge. Er ging auf den Mann zu - und wurde von Metallkugeln zersiebt, mit denen der Selbstmordattentäter seinen Sprengstoffgürtel gespickt hatte.

          Pauli war der fünfte Gefallene der Bundeswehr in der nordafghanischen Provinz Baghlan, es war Oktober und das Gebiet um die Ortschaft Kotub schwer umkämpft. Die Taliban hatten Milizen angeheuert wie die von Mullah Kahar, die erledigten die Drecksarbeit für sie. Ohr ab, Nase ab, Kopf ab - wer in den Dörfern nicht mit den Aufständischen kooperierte, musste bluten. Dann kamen deutsche Gebirgsjäger, amerikanische Kampfhubschrauber und afghanische Soldaten in das Gebiet. Der Wind drehte, Mullah Kahar wechselte die Seiten. Jetzt kämpft er gemeinsam mit 20 Deutschen gegen die Taliban in einem Außenposten (Combat Outpost, COP), der den Namen von Florian Pauli trägt.

          „Der Teufel soll sie holen

          Im Gespräch: Gemeinsam gegen die Taliban

          Ein Kuss links, ein Kuss rechts, Mullah Kahar und Matthias Schuster begrüßen einander, wie es Freunde in Afghanistan tun. Mullah Kahar, schwarzer Vollbart, dunkle Augen, trägt einen Pakol auf dem Kopf, Symbol des tadschikischen Widerstands gegen die Taliban. Um die Schultern hat er eine braune Decke gelegt, die Kalaschnikow baumelt von der rechten Schulter. Kahar sagt, er wolle ihm etwas zeigen, hält Schusters rechte Hand und geht voran. Männer in Afghanistan machen das, wenn sie einander vertrauen. In einem Seecontainer liegen Matten und bunt bestickte Kissen, einige von Kahars Kämpfern hocken darauf. Freudig begrüßen sie den Hauptfeldwebel. Vor ihnen stehen Teller mit Fladenbrot und Schüsseln mit gezuckerter Sahne. Nach dem Essen holt Mullah Kahar eine Digitalkamera hervor. „Schau dir das an.“

          Die Bilder sind grässlich: ein zerfetztes Auto, zerrissene, blutüberströmte Leiber. Fünf Kinder, zwei Frauen und der Taxifahrer, entsetzlich entstellt, getötet durch eine Straßenbombe. „Das waren die Taliban“, sagt Mullah Kahar. „Der Teufel soll sie holen.“ Er war mit seinen Männern als Erster an Ort und Stelle. Es gab nichts mehr zu tun. Sie konnten nur noch die Leichen bergen. Dann hatte Mullah die Idee mit den Bildern. Er zeigte sie in Kotub herum. „Seht her“, sagte er den Leuten, „das waren die Taliban. Sie töten Frauen und Kinder, sie sind Barbaren.“ Die Einwohner schworen blutigen Widerstand, sollten die Aufständischen noch einmal in ihr Dorf kommen.

          „Man muss die Vergangenheit ruhen lassen

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