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Bundeswehr im Irak : „Alle schießen, nur unsere Leute nicht“

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Verteidigungsministerin von der Leyen schaut sich in einem Logistiklager im irakischen Erbil am 17. September eine gepanzerte Frontscheibe mit Einschusslöchern an. Bild: dpa

Schießen verboten. Weil es keine Trainingsbahnen nach deutschen Standards gibt, dürfen Bundeswehrsoldaten im Zweistromland nicht mit ihren Waffen üben. Das ruft die FDP auf den Plan.

          Die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat gefordert, beim Einsatz der Bundeswehr im Zentralirak ein Schießtraining der deutschen Soldaten möglich zu machen. Bei ihrem Besuch im Irak habe sie von Soldaten erfahren, dass Übungen mit den Waffen dort nicht möglich seien mit der Begründung, Schießbahnen entsprächen nicht deutschen Standards, sagte Strack-Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur. Die Bundeswehr solle überlegen, ob die Regeln an die Einsatzsituation nach dem Beispiel anderer Nationen angepasst werden könnten.

          Die Soldaten hätten sich bei dem Besuch von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und den Verteidigungspolitikern der Bundestagsfraktionen am vergangenen Wochenende sehr offen geäußert. „Zum Beispiel das Thema, dass die 'Guardian Angels', also diejenigen, die die Ausbilder begleiten, vor Ort im Irak keine Schießübung machen können, weil die Standards der Schießbahn nicht den deutschen entsprechen“, sagte Strack-Zimmermann. „Das heißt, alle schießen, nur unsere Leute nicht. Das kann man jetzt erstaunlich finden. Wichtig ist aber, dass so etwas artikuliert wird und man gegebenenfalls überlegt, wie kann man das ändern.“

          Die Bundeswehr ist von Jordanien aus am Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien und im Irak beteiligt. Das Bundestagsmandat dafür war erweitert worden, um nach den kurdischen Peschmerga nun auch Spezialisten der irakischen Armee auszubilden. Am 11. August hat in einem Militärkomplex in Tadschi, nördlich von Bagdad, ein Pilotprojekt für die Ausbildung von Spezialisten zur ABC-Abwehr begonnen.

          Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr erklärte dazu, grundsätzlich erlangten deutschen Soldaten schon während ihrer allgemeinen sowie der einsatzvorbereitenden Ausbildung einen Stand, der sie befähige, im Einsatzland als „Guardian Angel“ eingesetzt zu werden. Dazu bedürfe es keiner weitergehenden, besonderen Ausbildung. Da die Anlage in Tadschi baulich nicht deutschen Sicherheitsanforderungen entspreche, nutze die Bundeswehr für das bedarfsbezogene Schießtraining daher die dafür zugelassene Anlage in Erbil.

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