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Bundeswehr gegen Al Qaida : Scharping bestätigt KSK-Einsatz

  • Aktualisiert am

Ein Soldat des Kommandos Spezialkräfte Bild:

Verteidigungsminister Scharping hat bestätigt, dass deutsche Elitesoldaten des Kommandos Spezialkräfte in Afghanistan gegen die Terrororganisation Al Qaida kämpfen.

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          Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) hat bestätigt, dass etwa 100 deutsche Elitesoldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) seit Wochen in Afghanistan gegen die Terrororganisation Al Qaida kämpfen. Dieser Einsatz sei durch das Mandat des Bundestages gedeckt.

          „Die KSK-Soldaten werden gemeinsam mit Soldaten unserer Verbündeten eingesetzt“, sagte Scharping in einem Interview. Das Parlament und der Verteidigungsausschuss des Bundestages würden „unter Beachtung der notwendigen Geheimschutz-Bestimmungen laufend unterrichtet“. Bei dem Einsatz gegen das Al Qaida-Netz des Terroristenführers Usama bin Ladin gehe es auch um Aufklärung terroristischer Gefahren und Strukturen.

          „Unsere Soldaten erfüllen ihren Auftrag hervorragend und erhalten höchste Anerkennung der Verbündeten für ihre Professionalität“, sagte der Minister. „Für alle Einsätze, erst recht für die der Spezialkräfte gilt: Man muss immer zwischen dem berechtigten Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit und der Sicherheit der Soldaten abwägen.“ Scharping bestätigte damit einen Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wie amerikanische Senatoren der Zeitung sagten, jagen die deutschen Elitesoldaten bereits “seit mehreren Wochen Seite an Seite“ mit amerikanischen und britischen Spezialeinheiten Mitglieder von Al Qaida. Diese Aussagen wurden von Sicherheitsfachleuten der Bundesregierung bestätigt. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Helmut Wieczorek, bestätigte ebenfalls die Angaben. Wieczorek sagte: “Natürlich unterliegen konkrete Einsätze der Geheimhaltung.“ Es sei aber “eine Tatsache, dass deutsche Spezialkräfte in gleichberechtigter Weise Aufträge innerhalb Afghanistans ausführen.

          „Deutschland bietet militärische Substanz“

          Deutsche Kommandosoldaten kämpfen gemeinsam mit den Amerikanern“. Damit, so Wieczorek, beweise die Bundesregierung, dass sie “den klaren Bekundungen von Bundeskanzler Schröder über die militärische Solidarität mit den Amerikanern auch Taten folgen lässt“. Zugleich werde deutlich, dass Deutschland in wichtigen Bereichen “militärische Substanz“ anzubieten habe. Dies zeige, dass die Reform der Bundeswehr in die richtige Richtung weise - hin zu einer mobilen, international einsatzfähigen Truppe.

          Bei den deutschen Soldaten handelt es sich um achtzig bis hundert Mann des KSK, die gemeinsam mit amerikanischen Special Forces und dem britischen SAS nach Verstecken der Al Qaida in den Bergen Afghanistans suchen. Der Einsatz soll sich zunächst auf den Raum Kandahar beschränkt haben. Dort haben amerikanische Truppen ihr Ausgangslager. Inzwischen sollen die Kommandosoldaten auch in anderen Gebieten Afghanistans aktiv sein. Den Spezialkräften, heißt es, würden dieselben Einsatzaufgaben zugewiesen werden wie Amerikanern und Briten.

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