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Bundeswehr-Einsatz : Nach Afrika

  • -Aktualisiert am

Viel spricht dafür, dass sich die Bundeswehr in angemessenem Maß an einem Einsatz in Afrika beteiligt. Er könnte die Lage in Mali stabilisieren und verhindern, dass in der Zentralafrikanischen Republik ein weiterer „gescheiterter Staat“ entsteht.

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          Es ist auszuschließen, dass sich irgendjemand in Deutschland nach einem Einsatz von Bundeswehrsoldaten in Afrika sehnt. Aber man kann nicht, wie dies Bundesregierungen schon seit Jahren tun, von der gewachsenen Verantwortung Deutschlands in und für die Welt sprechen, und immer dann nicht dabei sein wollen, wenn es gilt, diese Verantwortung mit Taten zu untermauern.

          Deshalb spricht vieles dafür, sich in angemessenem Maß an einem Einsatz zu beteiligen, der die durch französische Soldaten erzielten Erfolge in Mali stabilisiert und es Frankreich ermöglicht, in der Zentralafrikanischen Republik nicht einen weiteren „gescheiterten Staat“ entstehen zu lassen.

          Ein politisches Konzept für die Zeit danach

          Was genau die Bundeswehr dazu beitragen kann, sollen die Fachleute entscheiden. Eine Verbesserung der Lage in diesen beiden afrikanischen Staaten liegt jedenfalls im unmittelbaren Interesse Deutschlands. Wenn Meldungen zutreffen, wonach mehr als eine Million Menschen in Zentralafrika auf der Flucht sind, kann man sich ausrechnen, zu welchen Tragödien dies in den kommenden Monaten auf dem Mittelmeer führen könnte. Wenn hingegen, zum Beispiel durch einen Militäreinsatz, die Voraussetzungen dafür geschaffen werden könnten, dass die Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren können, wäre das Geld für die Soldaten gut angelegt gewesen.

          Eins allerdings sollten die Außenminister der EU, die an diesem Montag über ein Engagement in Afrika befinden, in ihre Überlegungen einbeziehen: Es muss ein politisches Konzept für die Region für die Zeit nach dem Militäreinsatz geben. Auch das gehört zur Verantwortung.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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