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Bundeswehr : Die Mission lautet nicht mehr Mali

  • -Aktualisiert am

Deutsche Soldaten in Camp Castor in Gao, Mali, am 9. April Bild: dpa

In Berlin sollte man sich eingestehen, dass der Einsatz in Mali genauso gescheitert ist wie zuvor der in Afghanistan. Die Bundeswehr muss sich jetzt auf die Bündnisverteidigung konzentrieren.

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          Hat Deutschland etwas aus dem Debakel in Afghanistan gelernt? Man muss es bezweifeln, wenn man nach Mali blickt. Auch dort ist der Einsatz der Bundeswehr gescheitert, aber die deutsche Politik will sich das nicht eingestehen. Die örtlichen Militärmachthaber möchten die UN-Truppe MINUSMA offenbar loswerden, deshalb schikanieren sie die ausländischen Soldaten, wo es nur geht. Das hat unter anderem dazu ge­führt, dass das Kontingent der Bundeswehr längere Zeit nicht ausgewechselt werden konnte. Erst am Donnerstag kam neues Personal, der deutsche Einsatz war aber immer noch ausgesetzt.

          Andere ließen sich das nicht bieten. Die letzten französischen Soldaten haben Mali zu Beginn der Wo­che verlassen. Das ist nicht nur deshalb von Bedeutung, weil die ehemalige Kolonialmacht das militärische Rückgrat des internationalen Engagements in Mali war. Ohne die französische Initiative wäre Deutschland nie nach Mali gegangen. Ähnlich wie in Afghanistan, wohin man den Vereinigten Staaten folgte, entwickelte sich in Berlin aber ein Durchhalte­willen, der über den der Verbündeten hinausgeht. Für ein Land, das bis vor Kurzem noch große Zweifel an militärisch unterfütterter Außenpolitik plagten, ist das ein bemerkenswerter Sinneswandel.

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