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Bundeswehr-Abzug aus Mali : Gehen, wo Bleiben nichts bringt

Die Bundeswehr in Mali: Deutsche Soldaten im Sommer 2018 Bild: AFP

Die malische Junta schikaniert die Bundeswehr seit Monaten. Der Abzug ist konsequent, er sollte aber nicht das Ende eines Engagements in der Sahel-Zone bedeuten.

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          Fast genau zum Jahrestag der Niederlage in Afghanistan steht nun auch der Auslandseinsatz der Bundeswehr in Mali vor dem Scheitern. Seit Monaten trampelt das Regime in Bamako auf dem deutschen Einsatzkontingent herum und behandelt die Soldaten wie lästige Eindringlinge, die man loswerden möchte.

          Zuvor hatte die Putschisten-Junta bereits Frankreich vergrault. Dabei hatten auch alte, postkoloniale Konflikte eine Rolle gespielt. Im Fall der Bundeswehr scheint es nun die Rückendeckung Putins zu sein, die es dem im Grunde schwachen malischen Regime erlaubt, sich groß aufzuspielen. Kaum war diese Woche ein ranghoher deutscher Diplomat mit allerlei Versprechen und Deutungen von angeblichen „Missverständnissen“ aus Bamako abgereist, eilte der Verteidigungsminister Malis, ein Oberst, zum Flughafen, um aus russischen Händen Hubschrauber und andere Waffen in Empfang zu nehmen.

          In einem Telefonat machte der malische Verteidigungsminister seiner deutschen Kollegin Christine Lambrecht Zusagen, die sich gleich am folgenden Tag schon wieder als unzutreffend erwiesen. Die SPD-Politikerin mag immer noch nicht viel Ahnung vom Militärischen haben. Aber ein Gespür dafür, wie lange man sich schadlos auf der Nase herumtanzen lassen kann, hat sie offenbar schon. Militärisch ist der „Einsatz“ schon länger nahezu wirkungslos. Die Bundeswehr verbringt, wie in den letzten Jahren in Afghanistan, auch in Mali die meiste Zeit mit Eigensicherung in ihrem befestigten Camp.

          Das Scheitern in Bamako darf aber nicht zugleich das Ende des europäischen Engagements im Sahel bedeuten. Schon wegen China und Russland. Auch Frankreich ist nicht aus der Region abgezogen, sondern hat seine Truppen ins benachbarte Niger verlegt. Dort ist auch die Bundeswehr schon präsent. Vielleicht hätte Berlin dem französischen Nachbarn gleich dorthin folgen sollen, zumal das deutsche Engagement von Beginn an vor allem eine Solidaritätsaktion für die seinerzeit überbeanspruchte französische Armee war.

          Peter Carstens
          Politischer Korrespondent in Berlin

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