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Umfragetief der Union : Die Union hat die Bürgerlichkeit vernachlässigt

Die Union steht in Umfragen so schlecht da wie nie zuvor. Man machte es sich zu einfach, diese Entwicklung allein Armin Laschet zuzurechnen. Bild: dpa

Bürgerlichkeit hat auch eine ökonomische Komponente. Das haben CDU und CSU zu lange ignoriert – und zahlen jetzt einen Preis dafür.

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          Drei Wochen vor der Bundestagswahl stehen CDU und CSU in den Umfragen so schlecht da wie nie zuvor. Und man machte es sich zu einfach, diese Entwicklung allein ihrem Kanzlerkandidaten Armin Laschet zuzurechnen. Mit seiner rheinländischen Wurstigkeit bringt er lediglich das tiefer liegende Problem zur Geltung: Der Union fehlt es an Profil. Und sie bindet darum immer weniger Wähler.

          Diese Entwicklung geht einher mit der zunehmenden Scheu der Partei, sich zu einer „bürgerlichen“ Politik zu bekennen. Weil dieses Etikett zu sehr nach Jägerschnitzel mit Bratkartoffeln schmeckt? Das allerdings wäre ein Missverständnis. Denn neben dem viel zitierten „christlichen Menschenbild“ markiert die „Bürgerlichkeit“ den Standpunkt, von dem aus die Unionsparteien in der Vergangenheit ziemlich erfolgreich Politik betrieben haben. Die gemeinsame Wurzel beider ist der christliche Personalismus, also die Überzeugung, dass der Mensch sein Leben frei und eigenverantwortlich gestaltet – und der Staat ihm auch die Möglichkeit dazu gibt. Das „christliche Menschenbild“ deckt die moralische, auch soziale Seite dieses Konzepts ab. Bei der „Bürgerlichkeit“ schwingt hingegen eine ökonomische Komponente mit. Denn wer auf seinen eigenen Beinen stehen möchte, benötigt dazu auch eine gewisse wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. „Bürgerlich“ ist es, seinen Lebensunterhalt durch Arbeit zu bestreiten, seine Familie zu unterhalten und für das Alter vorzusorgen.

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