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Saarland : Kramp-Karrenbauer verliert Kampf um Direktmandat

  • Aktualisiert am

Annegret Kramp-Karrenbauer im September in Berlin Bild: EPA

Helge Braun verlor im Wahlkreis Gießen nur knapp gegen seinen SPD-Konkurrenten. Ebenfalls kein Direktmandat erreichte Philipp Amthor. Auch mindestens drei CDU-Minister haben diesen Kampf verloren.

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          Der hessische CDU-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Helge Braun, hat den Kampf um das Direktmandat im Wahlkreis Gießen verloren. Nach dem vorläufigen Endergebnis erhielt der Kanzleramtschef am Sonntag 29,6 Prozent der Erststimmen und unterlag damit knapp seinem SPD-Kontrahenten Felix Döring, der auf 30,4 Prozent kam.

          Bei der vorherigen Wahl 2017 hatte Braun in dem Wahlkreis noch das Direktmandat gewonnen. Für Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte er die Corona-Politik koordiniert.

          Amthor ohne Direktmandat

          Auch der CDU-Abgeordnete Philipp Amthor in Mecklenburg-Vorpommern verlor seinen Wahlkreis. 20,7 Prozent der Wählerinnen und Wähler gaben Amthor ihre Erststimme. Er landete damit nur auf dem dritten Platz hinter Erik von Malottki (SPD, 24,8 Prozent) und dem Enrico Komning (AfD, 24,3 Prozent),

          2017 hatte der damals 24 Jahre alte Amthor das Direktmandat mit 31,2 Prozent gewonnen. In diesem Jahr war er als Spitzenkandidat der CDU in Mecklenburg-Vorpommern in die Bundestagswahl gegangen. Somit wird Amthor höchstwahrscheinlich dennoch in den Bundestag einziehen. Die SPD gewann den Wahlkreis Mecklenburgische Seenplatte 1 - Vorpommern-Greifswald II zum ersten Mal.

          Ebenfalls verloren hat sein Direktmandat Wirtschaftsminister Peter Altmaier im Saarland. Altmaier verlor die Wahl im Wahlkreis Saarlois gegen Außenminister Heiko Maas. Nach dem vorläufigen Endergebnis des Wahlkreises kam Maas auf 36,7 Prozent der Stimmen, Altmaier auf 28,0, wie die Landeswahlleiterin am Sonntagabend mitteilte. Es war das bundesweit einzige Duell zweier Bundesminister um ein Direktmandat für den Bundestag.

          Klöckner verliert in ihrem Wahlkreis

          Bei der Bundestagswahl 2017 war es noch andersherum: Damals war Altmaier als Sieger vom Platz gegangen. Maas (55) war damals über die SPD-Landesliste in den Bundestag gerückt. Sowohl Maas als auch Altmaier kommen gebürtig aus dem Kreis. Altmaier hatte das Direktmandat in dem Wahlkreis 2009, 2013 und 2017 für die CDU gewonnen.

          Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer wiederum verlor ihren Wahlkreis Saarbrücken. Mit 25,1 Prozent der Stimmen musste sie sich Josephine Ortleb von der SPD (36,9 Prozent) geschlagen geben. Kramp-Karrenbauer hatte das Direktmandat im Wahlkreis Saarbrücken für die CDU zurückerobern wollen, nachdem dieses 2017 an die SPD gegangen war. „AKK“, wie sie nicht nur im Saarland genannt wird, hat derzeit noch kein Mandat im Bundestag.

          Kramp-Karrenbauer kann noch über die Landesliste in den Bundestag einziehen. Sie steht auf Platz eins. Ein Platz dahinter ist Wirtschaftsminister Altmaier, der sich damit auch noch Hoffnung auf den Einzug in den Bundestag machen darf.

          Auch Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner wird ein Opfer des historisch schlechten Ergebnisses der Union. Im rheinland-pfälzischen Wahlkreis Kreuznach lag Joe Weingarten mit 33 Prozent der Wählerstimmen vor Klöckner mit 29,1 Prozent. Weingarten war 2019 als Nachfolger von Andrea Nahles in den Bundestag eingezogen. Klöckner hatte den Wahlkreis – zu dem ihr Heimatort Bad Kreuznach gehört – 2005 und 2009 gewonnen. 2013 und 2017 konnte Antje Lezius für die CDU das Direktmandat holen.

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