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AfD-Hochburgen im Osten : Rache mit dem Wahlzettel

  • -Aktualisiert am

Zwei AfD-Plakate vor einer Siedlung in Erfurt Bild: dpa

Seit 1990 sind mehr als vier Millionen junge Menschen aus dem Osten weggezogen. Diese Wohnortentscheidung hat die politische Landschaft verändert – zum Nutzen der AfD in Sachsen und Thüringen.

          3 Min.

          Es war vergangene Woche beim Wahlkampfabschluss der AfD in Görlitz ganz im Osten Deutschlands, wo ihr Spitzenkandidat Tino Chrupalla seine Heimat hat. Mit ihm war Ko-Spitzenkandidatin Alice Weidel angereist, die in einer nur fünf Minuten dauernden Rede vor rund 300 Menschen, die sich auf dem Marienplatz versammelt hatten, die herrschenden Verhältnisse in Grund und Boden redete: „Die CDU und die Regierungsparteien machen keine Politik für euch, sondern Politik gegen euch!“, rief Weidel unter Beifall. Sie sprach von Rentnern, die Flaschen sammeln müssten, weil die Regierung das Geld verschleudere, sie redete über vermeintlichen Impfzwang, der bald auch Kinder treffen werde. „Was machen die mit uns?“, fragte Weidel und forderte: „Hände weg von unseren Kindern!“ Denn „nach den Wahlen“, drohte sie, „wird alles nur noch schlimmer!“

          Stefan Locke
          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Im Publikum standen überwiegend ältere Menschen, etwas mehr Männer als Frauen, von einfachen Leuten bis hin zu gut situiertem Mittelstand – ein für die Stadt ziemlich repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung. Es waren Menschen, die bis vor einigen Jahren sehr wahrscheinlich treue CDU-Wähler waren, holte die Union doch hier noch 2013 rund 50 Prozent der Erststimmen, ganz zu schweigen von den Neunzigerjahren, als die Partei an der Neiße Wahlergebnisse von fast 60 Prozent erzielte.

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