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Bundestagswahlen seit 1949 : 2017: Angela Merkels letzter Bundestagswahlkampf

Bundeskanzlerin Angela Merkel am 24. September 2017 im Konrad-Adenauer-Haus, der Parteizentrale der CDU Bild: Helmut Fricke

19 Wahlen, 19 Geschichten. Heute: Nicht das zweitschlechteste Ergebnis ihrer Geschichte ist für die Union das größte Problem. Sondern der Unwille zur Macht ihrer potentiellen Koalitionspartner. Letzter Teil unserer Wahlserie.

          3 Min.

          Es gibt eingängige Wahlparolen, an die man sich noch lange erinnert. Die Unionsparteien triumphierten zum Beispiel 1957 mit „Keine Experimente“. Die SPD wiederum musste 1972 nur „Willy wählen“ propagieren. Und dann gibt es die anderen Wahlparolen. CDU und CSU wollten vor vier Jahren zeigen, dass sie den Anschluss ans Internetzeitalter geschafft hatten. Heraus kam etwas, was auf einschlägigen Plattformen zwar ganz pittoresk aussah. Wenn man allerdings versuchte, die Aussage hinter dem Hashtag #fedidwgugl in Worte zu fassen, kamen viele ins Stolpern. „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“, sollte sich das Wahlvolk begeistern. Die Begeisterung wollte sich freilich nicht recht einstellen. Das lag selbstverständlich nicht nur, vielleicht nicht einmal in erster Linie an der Wahlparole. Aber hilfreich war das Satzungetüm sicher auch nicht.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

          Die Unionsparteien blieben in der Wahl am 24. September 2017 zwar eindeutig stärkste politische Kraft. Ihr Zweitstimmenergebnis von 32,9 Prozent war allerdings ihr zweitschlechtestes in der Geschichte der Bundesrepublik. Nur 1949 hatten die beiden Parteien einen noch geringeren Stimmenanteil auf sich vereinigt. Die SPD unterbot 2017 allerdings mit 20,5 Prozent ihren eigenen Minusrekord von 2009 noch einmal. Drittstärkste Kraft wurde die AfD mit 12,9 Prozent. Die FDP schaffte nach vier Jahren außerparlamentarischer Opposition mit 10,7 Prozent locker die Rückkehr in den Bundestag. „Die Linke“ kam auf 9,2 Prozent, während es für die Grünen (8,9 Prozent) lediglich zum Status als kleinste Oppositionspartei reichte.

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