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TV-Duell : Alles beim Alten

Das Duell, das keines war: Gemessen an den Erwartungen der SPD hat ihr Kandidat versagt. Dabei bietet die Kanzlerin genug Angriffsfläche.

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          Eigentlich hat sich nichts geändert durch das „Duell“, das keines war. Es gab keinen Black-out, wie ihn Richard Nixon oder Michael Naumann in Live-Sendungen erlebten. Das gewählte Format der Präsentation der Kandidaten (und Moderatoren) bot durchaus die Chance, die eigene Botschaft souverän unters Volk zu bringen. Doch die blieb weitgehend ungenutzt.

          Gemessen an den Erwartungen der SPD, das „Duell“ werde die Wende bringen, hat ihr Kandidat versagt. Um das verabredete Schlusswort gebeten, rang er geradezu nach Worten – die, obwohl doch auswendig gelernt, seicht blieben. Dabei bietet die Teflon-Kanzlerin genug Angriffsfläche: sowohl für diejenigen, die ihr Volkseinlullung und Entpolitisierung vorwerfen, als auch für die, die in Merkels Handeln eine Agenda zur Abschaffung von Überkommenem sehen.

          Es war durchaus geschickt, wie die Kanzlerin ihr Schlusswort für die Klage nutzte, über wesentliche Fragen, die Digitalisierung etwa, sei gar nicht gesprochen worden. Dabei sind große Entwürfe ihre Sache ohnehin nicht. Offensichtlich leben viele Bürger ganz gut damit – Überraschungen inklusive.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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