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Maaßen gegen Ullrich : Kampf um den Wahlkreis 196

Hat sich eingelesen: Hans-Georg Maaßen isst Anfang September in Benshausen eine Thüringer Bratwurst. Bild: AFP

In Südthüringen kämpfen der frühere Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen und der einstige Biathlon-Olympiasieger Frank Ullrich um das Direktmandat. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein.

  • -Aktualisiert am
          7 Min.

          Es ist an einem frühen Nachmittag Anfang September im Zentrum von Suhl, als sich beide Kandidaten beinahe begegnen. Hans-Georg Maaßen kommt zügigen Schrittes die Haupteinkaufsstraße entlang, schielt kurz hinüber zum Wahlkampfstand der SPD, geht aber mit unverminderter Geschwindigkeit weiter. Frank Ullrich, der etwas abseits mit Bürgern spricht, hat seinen ärgsten Konkurrenten allenfalls aus dem Augenwinkel wahrgenommen. Es ist eine Szene, die sich so oder umgekehrt in diesen Tagen immer wieder in Südthüringen abspielt, wo sich der Kampf um den Wahlkreis 196 auf den Marktplätzen von Städten wie Hildburghausen, Meiningen und Schmalkalden zu einem der aufregendsten der Republik entwickelt. Die beiden Kontrahenten, CDU-Kandidat Maaßen und SPD-Bewerber Ullrich, liefern sich dort ein Kopf-an-Kopf-Rennen, vermeiden jedoch tunlichst direkten Kontakt.

          Stefan Locke
          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Beide könnten ja auch kaum unterschiedlicher sein. Maaßen, der frühere Spitzenbeamte und Chef des Bundesverfassungsschutzes, gegen Ullrich, den einstigen DDR-Olympiasieger, Weltmeister und früheren Bundestrainer im Biathlon. Ihr Kampf dreht sich hier im Kleinen um viele der großen Themen, die es derzeit in Deutschland gibt: Der Großstädter Maaßen gegen das Landei Ullrich, der eingeflogene Westdeutsche gegen den einheimischen Ostdeutschen, der Konservative gegen den Linksliberalen. Beide sind, obwohl bereits 58 (Maaßen) und 63 Jahre alt (Ullrich), Neulinge in der Bundespolitik; sie bewerben sich erstmals um ein Mandat für den Bundestag. Beide waren schon im Ruhestand und wurden von Parteifreunden gedrängt, in der Gegend südlich des Thüringer Waldes anzutreten.

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