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Bundestagswahl : SPD will große Koalition nur ohne Angela Merkel

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Peer Steinbrück bei einer „Bergauf-Tour“ auf den Lusen im Bayerischen Wald am vergangen Donnerstag: „Nicht noch einmal Steigbügelhalter“ Bild: dpa

Peer Steinbrück hat die Neuauflage eines schwarz-roten Bündnisses unter Führung der Bundeskanzlerin ausgeschlossen. Das sagte der SPD-Spitzenkandidat in einem Interview dem ZDF.

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          Am Wochenende haben sich führende Politiker aller Parteien zu Optionen nach der Bundestagswahl geäußert. Der SPD-Spitzenkandidat Peer Steinbrück lehnte im ZDF für sich persönlich den Eintritt in eine große Koalition ab. Er verwies darauf, auch in der SPD insgesamt gebe es starken Widerspruch gegen eine solche Aussicht, „weil die SPD nicht noch einmal Steigbügelhalter sein will in einer großen Koalition mit Frau Merkel“. Anhänger Steinbrücks versicherten, im Falle des Falles müsse die Union auf eine Kanzlerschaft Merkels verzichten und einen anderen Politiker als Bundeskanzler anbieten.

          Steinbrück wie auch die Spitzenkandidatin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, sagten, es werde nicht zu einem rot-grünen Bündnis mit der Linkspartei kommen. Die Linkspartei habe „kein regierungsfähiges Programm“, sagte Göring-Eckardt der Zeitung „Tagesspiegel“. Sie verwies auf die außen- und sozialpolitischen Vorstellungen der Linkspartei.

          Gysi: „Ohne uns wird die SPD keinen Kanzler stellen“

          Deren Fraktionsvorsitzender im Bundestag, Gregor Gysi, sagte in der Zeitung „Bild am Sonntag“ voraus: „Die SPD muss sich darüber klarwerden: Ohne uns wird sie keinen Kanzler stellen.“ Steinbrück habe gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel „so gut wie keine Chance“.

          Diese Konstellation nahmen Koalitionspolitiker zum Anlass zu Erklärungen, am Ende würden SPD und Grüne doch ein - wie auch immer geartetes Bündnis - mit der Linkspartei eingehen.

          Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer sagt der Zeitschrift „Focus“: „Wenn es nach Sigmar Gabriel und Hannelore Kraft geht - und das werden die tonangebenden Kräfte in der SPD sein - dann machen sie auch Rot-Rot-Grün.“ Zwar gilt Kraft in der SPD als Gegner solcher Pläne; doch Unionspolitiker pflegen darauf zu verweisen, dass Frau Kraft ihre Regierung eine Zeitlang von der Linkspartei habe tolerieren lassen.

          Seehofer wiederum habe sich, wie es in der Zeitschrift „Der Spiegel“ hieß, letzthin im CSU-Vorstand über eine mögliche „Leihstimmen-Kampagne“ aus der Union zugunsten der FDP gesorgt.

          Das sei dann möglich, wenn die FDP eine Woche vor der Bundestagswahl in der Landtagswahl in Bayern an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern würde. Für diesen Fall sagte Seehofer für die Tage zwischen der Landtagswahl und der Bundestagswahl „eine unberechenbare Woche“ voraus.

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