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Zum fünften Mal in Folge : Lauterbach setzt sich durch

  • -Aktualisiert am

Karl Lauterbach im September in Köln Bild: EPA

Der SPD-Politiker betrachtet seinen Sieg im Wahlkreis Leverkusen-Köln als Plazet für die Corona-Politik der Regierung. Aus seinem Wahlkreis kommt auch eine von zwei Trans-identen Personen im neuen Bundestag.

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          Im Frühjahr, als die SPD in den Umfragen bei höchsten 17 Prozent herumkrebste, schien sich auch Karl Lauterbach Sorgen um seine Bundestagsmandat machen zu müssen. Damals schien es, dass es für Lauterbach mit dem Direktmandat im Wahlkreis Leverkusen-Köln IV knapp werden könnte. Denn die CDU schickte Serap Güler ins Rennen. Die 41 Jahre alte nordrhein-westfälische Integrationsstaatssekretärin zählt zu den engen Vertrauten von Unionskanzlerkandidat Armin Laschet. Hinzu kam: Die nordrhein-westfälischen Genossen hatten den in Corona-Zeiten bundesweit bekannten gewordenen Gesundheitsfachmann Lauterbach im Mai trotz seiner Verdienste auf geradezu demütigende Weise in den Niederungen ihrer Landesliste versteckt: Platz 23.

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Am Sonntag setzte sich Lauterbach dann doch wieder klar durch: er erhielt in seinem Wahlkreis 45,6 Prozent der Erststimmen. Besser hatte der Mediziner nur beim ersten Mal vor 16 Jahren abgeschnitten – damals war er auf 48,6 Prozent gekommen. Seit 2005 hat es der 58 Jahre alte Lauterbach damit zum fünften Mal per Direktmandat in den Bundestag geschafft. „Die Wahl ist auch ein Votum für unsere Coronapolitik“, schriebt Lauterbach auf Twitter.

          CDU-Kandidatin Güler kam auf 20,4 Prozent der Erststimmen. „Es war ein fairer Wahlkampf, den er klar gewonnen hat, auch wenn wir es in Köln als einziger Wahlkreis geschafft haben, immer noch zweitstärkste Kraft zu werden, ist das natürlich nur ein kleiner Trost“, schrieb sie ebenfalls bei Twitter. Tatsächlich hat die CDU nun in keinem der vier Wahlkreise der größten Stadt in Nordrhein-Westfalen mehr ein Direktmandat. Güler kann ihren politischen Schwerpunkt aber trotzdem nach Berlin verlegen – dank der Plazierung auf Position 8 der CDU-Landesliste.

          Bei den Erststimmen landete die 27 Jahre alte Grüne Direktkandidatin Nyke Slawik im Wahlkreis Köln/Leverkusen IV zwar abgeschlagen auf Platz drei. Doch auch sie bekommt über die Landesliste ihrer Partei eine Mandat. Slawik und die Bayerin Tessa Ganserer werden die ersten trans-identen Personen im Bundesparlament sein. „Ich hoffe, dass mein Einzug in den Bundestag ein Türöffner sein wird für alle, die sich von der Politik nicht gesehen und gehört fühlen“, so Slawik am Sonntagabend. „Dass heute ‚eine von uns‘ in den Bundestag einzieht, ist ein wichtiger Schritt nach vorne und wird hoffentlich helfen, Vorurteile abzubauen.“

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