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Serie „Besuch beim Wähler“ (6) : Hanau, Brudi

Besucher einer Shisha-Bar in Hanau im Juli Bild: Michael Braunschädel

In einer Hanauer Shishabar kommt die Jugend der Stadt zusammen. Themen, die sie bewegen, gibt es viele. Aber Politik interessiert hier keinen.

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          Eine Shishabar in der Hanauer Innenstadt. Ersin, der Besitzer, sitzt gerade vor der Tür und beißt in ein fleischiges Sandwich. „Bitte reinkommen, auf jeden Fall“, freut er sich über den Besuch. Die „Forum Lounge“ hat erst im vorigen Herbst aufgemacht, ein paar Tage später kam der Lockdown. Das Design seiner Bar beschreibt Ersin als „rustikal-vintage“: Nackte Glühbirnen hängen von der hohen Decke herab und füllen den dunklen Raum mit schummerigem Licht, unten lümmelt sich die Hanauer Jugend in samtene Polstermöbel. „Kein Alkohol und keine Spielautomaten, das ist mein Konzept“, sagt Ersin. So mache niemand Stress, und auch die Mädchen aus religiösen Familien könnten kommen.

          Alexander Haneke
          Redakteur in der Politik.

          Ersin führt ganz nach hinten in die „Familienecke“. Hier sitzen die Stammgäste, die jeden Nachmittag zusammenhängen. Die 22 Jahre alte Imane zum Beispiel, die gerne Polizistin geworden wäre, mit ihren 1,52 Metern aber zu klein ist. „Überall Regeln, und wenn du nicht reinpasst, hast du keine Chance“, sagt sie. Oder Mohammed, ein schlanker Junge in hellem Hemd und mit Schiebermütze. Er kann wilde Geschichten erzählen und alle möglichen Stimmen nachmachen. Wenn Mohammed einen deutschen Polizisten imitiert, ist sein Hanauer Straßenslang plötzlich weg – er könnte glatt als Manfred durchgehen.

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