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„Politbarometer“ : Union kommt in Wählergunst nicht voran

  • Aktualisiert am

Armin Laschet im September in Celle Bild: EPA

Die Union verharrt im neuen „Politbarometer“ bei 22 Prozent. Die SPD bleibt in Führung mit unverändert drei Prozentpunkten Vorsprung. Die Grünen verlieren demnach einen Prozentpunkt.

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          Gut eine Woche vor der Bundestagswahl haben die Anstrengungen der Union, eine Trendwende in der Wählergunst einzuleiten, laut ZDF-„Politbarometer“ noch keine Früchte getragen. CDU/CSU verharrten nach der am Freitag veröffentlichten Erhebung wie schon in den beiden Wochen zuvor bei 22 Prozent. In Führung lag weiter die SPD mit unverändert 25 Prozent. Die Grünen verloren einen Prozentpunkt auf 16 Prozent.

          Bei den anderen Parteien bewegte sich nichts. FDP und AfD blieben bei elf Prozent, die Linkspartei bei sechs Prozent. Andere Parteien kamen auf insgesamt neun Prozent, dies war ein Prozentpunkt mehr als vor einer Woche.

          Damit hätte von den Zweier-Bündnissen lediglich eine Koalition aus SPD und Union eine knappe Mehrheit. Reichen würde es auch für eine Ampel aus SPD, Grünen und FDP, für eine Regierung aus CDU/CSU, Grünen und FDP sowie für Rot-Grün-Rot. Allerdings sind den Angaben zufolge auch 38 Prozent der Wählerinnen und Wähler noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen.

          Laschet: Ich will kein Rückfahrticket

          Sowohl bei der Frage nach der Eignung als Kanzler oder Kanzlerin als auch nach der Präferenz für einen der drei Kandidaten liegt SPD-Bewerber Olaf Scholz weiterhin mit klarem Abstand vor seinen Mitbewerbern. 67 Prozent trauen ihm laut „Politbarometer“ das Amt zu. Unions-Kandidat Armin Laschet halten dagegen nur 29 Prozent für kanzlerfähig. Die Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock steht hier bei 26 Prozent. Am liebsten als Kanzler oder Kanzlerin hätten 48 Prozent unverändert Olaf Scholz. Armin Laschet wünschen sich 22 Prozent (plus eins) und Annalena Baerbock 15 Prozent (minus eins).

          Die Forschungsgruppe Wahlen befragte für das „Politbarometer“ in der Zeit vom 14. bis 16. September telefonisch 1406 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte. Der Fehlerbereich liegt zwischen zwei und drei Prozentpunkten.

          Unterdessen will Armin Laschet nach der Bundestagswahl den Übergang eines Nachfolgers ins Amt des Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen mitgestalten. Er wolle als Chef der NRW-CDU den Vorgang moderieren, sagt Laschet der Düsseldorfer Rheinischen Post einem Vorabbericht zufolge. Im Fall einer Niederlage habe der Kanzlerkandidat nicht vor, in sein Amt als Ministerpräsident zurückkehren: „Ich habe immer gesagt: Ich will kein Rückfahrticket und die Wahl gewinnen.“ Auf einem CDU-Parteitag Ende Oktober werde die gesamte Aufstellung der NRW-CDU für die Landtagswahl im Mai vorbereitet, so Laschet.

          Im Falle einer Wahl will Laschet die Digitalisierung in Deutschland rasch vorantreiben. Drei Dinge sehe er als besonders wichtig an, sagte Laschet der Rheinischen Post. Dazu zähle die Schaffung eines Digitalministeriums, „das Kompetenzen bündelt und die Digitalisierung auf allen Ebenen unseres Landes messbar vorantreibt“. Zum zweiten bedürfe es einer Antwort auf Afghanistan und die neue Bedrohungslage. „Auch deswegen will ich einen nationalen Sicherheitsrat im Kanzleramt schaffen, der eine bessere Vernetzung innerer und äußerer Sicherheitsanliegen schafft“, sagte der Unions-Kanzlerkandidat. „Als Drittes müssen wir Genehmigungsverfahren beschleunigen“, forderte Laschet.

          Der CDU-Vorsitzende äußerte die Hoffnung auf eine schnelle Regierungsbildung nach der Wahl: „Deutschland braucht Stabilität und dazu schnell eine Regierung.“ Dies setze ein Grundvertrauen der Menschen voraus, die dann miteinander sprechen. „Bei der Sondierung muss spürbar sein: Glauben wir, dass wir das gemeinsam vier Jahre hinkriegen? Und wenn man daran menschlich keine Zweifel hat, bekommt man jedes Problem gelöst.“

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