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Steinbrücks Stasi-Akte : Harmlose Postings

Öffentlichkeit lautet die Maxime: Autogrammkarten von Peer Steinbrück bei einem Wahlkampfauftritt in Holzminden Bild: dpa

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat seine Stasi-Akte veröffentlicht. Sie widerlegt Vorwürfe, er habe Kontakte zum Geheimdienst der DDR unterhalten. Die meisten Informationen geben Politiker heute freiwillig preis.

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          Das Ergebnis ist eindeutig: SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat am Donnerstagabend seine Stasi-Akte veröffentlicht und damit Vorwürfe widerlegt, das Ministerium für Staatssicherheit habe ihn zur Zeit des Kalten Krieges als Spitzel für die DDR gewinnen wollen.

          „St. (Steinbrück, Anm. d. Red.) steht voll und ganz zur Politik des Bonner Staates“, heißt es in einem auf den 29. Januar 1981 datierten Auskunftsbericht des informellen Stasi-Mitarbeiters (IM) „Richard König“. Er halte sich zwar für einen Marxisten, sei aber eindeutig ein „Vertreter der Theorie des demokratisch-sozialistischen Sozialismus“, den der Stasi-Mitarbeiter klar vom „real demokratisch existierenden Sozialismus“ in der DDR trennt. Zwischen den Zeilen heißt das: Für die Stasi war Steinbrück ein Fehlgeleiteter. Als Spitzel unbrauchbar.

          Dabei wäre der Mittdreißiger Anfang der 80er Jahre für die Stasi durchaus ein wertvoller Informant gewesen. Zum Zeitpunkt des Berichts arbeitete Steinbrück im Bundeskanzleramt in Bonn und befasste sich dort als Mitarbeiter mit Energiefragen.

          Steinbrück gefiel die Langsamkeit in der DDR

          Die übrigen Informationen der Stasi über Steinbrück muten aus heutiger Sicht harmlos, ja streckenweise banal an. Penibel wird in dem Bericht verzeichnet, wie häufig er die DDR aufsuchte (drei Mal bis 1981) und welche grundlegenden Überlegungen er anstellte. Steinbrück, der damals schon SPD. Mitglied ist, denkt darüber nach, ob er Politiker werden soll. Er schimpft über die konservativen Parteien in der Bundesrepublik. Und ihm gefällt die Langsamkeit, mit der das Leben in der DDR im Gegensatz zur BRD vonstatten geht – Informationen also, die Politiker heutzutage auch von sich aus in die Welt posten. Ob einen diese Erkenntnis beruhigt, hängt wohl vom Standpunkt ab.

          Steinbrück selbst begründete die Veröffentlichung der Dokumente mit Vorwürfen der Zeitung „Welt am Sonntag“, die vor kurzem über seine Kontakte zur Stasi spekuliert hatte. Heikles, so der SPD-Kanzlerkandidat, könne er in dem Bericht nicht erkennen.

          Davon ausgenommen dürfte die Identität des Spitzels gewesen sein, der ihn während seiner Besuche beschattete. Der IM „Richard König“ war der Mann einer Cousine, die Peer Steinbrück bei seinen Reisen in die DDR besuchte.

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