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Esken und Kühnert : Wie viel Scholz steckt in der SPD?

In einer Reihe? Die SPD-Vorsitzenden Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken, in ihrer Mitte Kanzlerkandidat Olaf Scholz Bild: EPA

Noch herrscht zwischen Kanzlerkandidat und Parteiführung Einigkeit – nach der Wahl könnte sich das ändern. Vor allem die Jusos werden in der neugewählten Fraktion stark vertreten sein.

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          Wer Scholz will, wählt SPD. In diesem vermeintlich harmlosen Satz, der auf vielen Wahlplakaten gerade zu lesen ist, steckt ganz schön viel sozialdemokratischer Konfliktstoff. Die CDU weist unermüdlich darauf hin: Wer SPD wählt, weil er Scholz wolle, bekomme eben auch die ganze übrige SPD, vor allem: Saskia Esken und Kevin Kühnert, die ein dezidiert linkeres Programm vertreten als der Kanzlerkandidat. Was die Frage mit sich bringt: Wer würde sich im Falle eines Wahlsiegs mit welcher Politik durchsetzen?

          Lorenz Hemicker
          Redakteur in der Politik
          Mona Jaeger
          Stellvertretende verantwortliche Redakteurin für Nachrichten und Politik Online.

          Die SPD war lange zerstritten, in den vergangenen Monaten aber zeigt sie sich geschlossen wie selten zuvor. Der wichtigste Grund dafür ist, dass man ein gemeinsames Ziel hat, nämlich den Wahlsieg. Einige inhaltliche Konflikte konnten die unterschiedlichen Strömungen beilegen, andere haben sie schlicht vertagt. Im Wahlprogramm hat dann jeder sein Eckchen gefunden, in der die eigene Forderung Platz fand. Der Vorsitzende Norbert Walter-Borjans bekam mehr Steuergerechtigkeit zugesichert, die Jusos die Ausbildungsgarantie für Berufseinsteiger. Das Wahlprogramm gibt große Linien vor, Konflikte klammert es aus. Das ist die Leistung von Generalsekretär Lars Klingbeil, der ein Scholz-Mann ist, aber über große Anpassungsfähigkeiten verfügt.

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