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SPD-Kandidat im Wahlkampf : Scholz nennt Laschets Steuerpläne unfinanzierbar und unmoralisch

  • Aktualisiert am

Olaf Scholz nimmt vergangenen Sonntag an einer Veranstaltung in Anklam (Mecklenburg-Vorpommern) teil. Bild: Stefan Sauer/dpa

Als Bundesfinanzminister will SPD-Kandidat Olaf Scholz im Wahlkampf mit Finanzkompetenz punkten. Die Pläne der Union für Steuersenkungen bieten ihm ein Ziel.

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          Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat die Steuersenkungspläne der Union scharf kritisiert. Diese passten angesichts der coronabedingt angehäuften Schulden nicht in die Zeit und begünstigen vor allem Unternehmen und Besserverdiener. „Das Programm von CDU/CSU ist nicht nur unfinanzierbar, sondern aus meiner Sicht auch unmoralisch“, sagte Scholz am Montagabend in Wismar in Mecklenburg-Vorpommern. Rund 150 Menschen waren der Einladung der SPD gefolgt.

          Steuergeschenke über 30 Milliarden Euro würden Kürzungen am Sozialstaat zur Folge haben oder bei Investitionen in die Zukunft. „Nur wer sich dazu bekennt, dass wir solidarisch durch die Krise gekommen sind und nach der Krise solidarisch bleiben, hat einen Zukunftsplan für dieses Land“, betonte Scholz.

          Laschet will Steuerentlastungen

          Die Union mit ihrem Spitzenkandidaten Armin Laschet lehnt Steuererhöhungen ab und will den Solidaritätszuschlag komplett abschaffen. Laut Wahlprogramm sollen kleine und mittlere Einkommen bei der Einkommensteuer entlastet werden – nach Berechnungen von Ökonomen würden aber Gutverdiener von den Plänen am stärksten profitieren. Die Steuern auf in Unternehmen verbleibende Gewinne will die Union „perspektivisch“ bei 25 Prozent deckeln.

          Scholz verteidigte die hohen staatlichen Hilfen für die Wirtschaft. 400 Milliarden Euro habe der Bund bereitgestellt, um die Folgen der Corona-Krise zu mildern und Millionen an Arbeitsplätzen zu erhalten. „Ich bekenne mich dazu: Man muss solide wirtschaften, aber in einer Krise auch gegenhalten“, sagte Scholz. Der SPD-Politiker zeigte sich zuversichtlich, dass, wie nach der Finanzkrise, in spätestens zehn Jahren wieder eine „stabilere Finanzlage“ erreicht sei.

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