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Neue Allensbach-Analyse : Kämpferische Sozialdemokraten, gelangweilte Union

  • -Aktualisiert am

Eine Merkel-Anhängerin Ende August in Olpe Bild: dpa

Vor der Bundestagswahl ist vieles ähnlich wie 2009. Aber diesmal drohen die Anhänger der Unionsparteien einzuschlafen, weil scheinbar alles schon gelaufen ist.

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          In vielerlei Hinsicht ähnelt der derzeitige Bundestagswahlkampf auffallend dem von vor vier Jahren. Heute wie damals herrscht eine optimistische Grundstimmung in der Bevölkerung. Auf die Frage „Sehen Sie den kommenden zwölf Monaten mit Hoffnungen oder Befürchtungen entgegen?“ antwortet heute eine relative Mehrheit von 47 Prozent der Deutschen, sie blicke mit Hoffnungen in die nähere Zukunft; im Sommer 2009 waren es mit 38 Prozent etwas weniger. Mit der Politik von Bundeskanzlerin Merkel zeigen sich 38 Prozent der Bevölkerung einverstanden, im August 2009 gaben 39 Prozent diese Antwort.

          Eine große Mehrheit rechnet mit einem Wahlsieg der CDU/CSU. Auf die Frage „Wissen kann das natürlich niemand, aber was glauben Sie, wer die kommende Bundestagswahl gewinnt, wer die meisten Stimmen bekommt: die SPD oder die CDU/CSU?“ antworten heute 63 Prozent, sie glaubten an einen Wahlsieg der CDU/CSU. Nur 6 Prozent widersprechen. 2009 hatten mit 74 Prozent zwar sogar noch etwas mehr Menschen an einen Wahlsieg der CDU/CSU geglaubt, doch der heutige Wert ist immer noch der zweithöchste, seit die Frage 1965 zum ersten Mal gestellt wurde. Bereits Anfang des Jahres hatte sich gezeigt, dass die Zahl derjenigen, die sagten, die Situation in Deutschland sei Anlass zur Beunruhigung, mit 44 Prozent so niedrig war wie seit mindestens 20 Jahren nicht mehr. 2009 hatte der Wert bei 55 Prozent, 2005 bei 68 Prozent gelegen. Und auch von Wechselstimmung zu Beginn des Jahres war nichts zu spüren: Lediglich 35 Prozent sagten, ihrer Ansicht nach wäre es gut, wenn die Regierung in Berlin wechseln würde, so wenige wie seit 2002 nicht mehr. Unter solchen Bedingungen werden Regierungen normalerweise bestätigt.

          Steinbrück im TV-Duell besser als erwartet

          Fast nichts scheint von der Aufregung und den hitzigen Auseinandersetzungen früherer Bundestagswahlkämpfe geblieben zu sein. Gerade 13 Prozent der Deutschen bezeichnen die anstehende Bundestagswahl als „Schicksalswahl“, bei der sich die Zukunft Deutschlands entscheide. 2009 waren es mit 12 Prozent praktisch gleich wenige, während die Wahl des Jahres 2005 von noch 47 Prozent der Bürger als Schicksalswahl empfunden wurde.

          Gelingt es Peer Steinbrück, die SPD-Anhänger zu mobilisieren? Bilderstrecke

          Auch der Verlauf des Fernsehduells zwischen Bundeskanzlerin Merkel und dem SPD-Kanzlerkandidaten Steinbrück erinnert stark an die Debatte des Jahres 2009. Unmittelbar vor der Veranstaltung stellte das Institut für Demoskopie Allensbach die Frage: „Was meinen Sie: Wer wird dieses Fernsehduell gewinnen, wer wird da wohl besser abschneiden, Angela Merkel oder Peer Steinbrück?“ 40 Prozent der Befragten antworteten, sie rechneten damit, dass Angela Merkel besser abschneiden werde, 14 Prozent glaubten an einen Sieg Peer Steinbrücks. Die Zahlen entsprechen fast genau denen vom September 2009, als vor dem damaligen Duell ebenfalls 40 Prozent einen Sieg von Angela Merkel erwarteten, während 13 Prozent Frank-Walter Steinmeier zutrauten, das Fernsehduell zu gewinnen.

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