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Jasper von Altenbockum (kum.)

Wahlkampagne der CDU/CSU : Der doppelte Söder

Bild: dpa

Wie Laschet behandelt wird, ist lächerlich. Was auch immer er tut, es ist zu wenig, zu viel, zu fröhlich, zu traurig, zu früh, zu spät, zu lasch, zu forsch. Daran ist die CDU/CSU aber nicht ganz unschuldig.

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          Es muss zwei Markus Söder geben. Der eine konnte sich nicht zu dem Satz überwinden: Wer mich schlägt, ist kanzlertauglich. Anschließend ließ er keine Gelegenheit aus, diesen kanzlertauglichen Armin Laschet und damit die ganze CDU herunterzuziehen.

          Der andere, der zweite Markus Söder beklagt sich über den Abwärtstrend, der sich gegen Laschet richte (ja, woher nur?) und hätte vermieden werden können, „wenn alle so lange schon so viel trommeln würden“ wie dieser zweite Markus Söder. Denn der unterstützt, wie er nun im Deutschlandfunk noch einmal beteuerte, Laschet zu hundert Prozent (wie dürfte, wie könnte es für einen CSU-Vorsitzenden aber auch anders sein?).

          Vom doppelten Söder gibt es mittlerweile aber so viele in der Union, dass sie die Geister, die sie riefen, nicht mehr loswerden: Was auch immer dieser Laschet tut, es ist zu wenig, zu viel, zu fröhlich, zu traurig, zu früh, zu spät, zu lasch, zu forsch.

          Söder sagt zu Recht, dass man die Umfragen deshalb nicht für bare Münze nehmen sollte. Sie befördern den Trend, indem sie ihn behaupten – und manchem Institut wird man nicht zu nahe treten, wenn man sagt: den sie ganz gut finden. Warum Söder dann aber prognostiziert, mehr als dreißig Prozent seien für die Union wohl nicht mehr drin, dafür sei der Trend dann doch zu deutlich, weiß der Himmel. War das wieder der erste?

          Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass der erste und der zweite Söder seit Wochen schon im Streit liegen: „Aber die Art und Weise, wie zum Teil versucht wird, Armin Laschet in der Öffentlichkeit zu diskreditieren, finde ich persönlich unfair.“

          Jasper von Altenbockum
          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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