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Merkels Wahlsieg : Lauwarme Glückwünsche aus Frankreich

Der französische Präsident Macron begrüßt Bundeskanzlerin Merkel zum Migrationsgipfel in Paris Ende August. Bild: dpa

Das deutsche Wahlergebnis ist ein Dämpfer für Emmanuel Macron. Verhandlungen mit der Kanzlerin werden warten müssen. Zugleich ist das Ergebnis auch eine Warnung für den französischen Präsidenten.

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          Der französische Präsident Emmanuel Macron hat Angela Merkel recht einsilbig gratuliert und bekundet, „wir werden mit Entschlossenheit unsere unentbehrliche Zusammenarbeit für Europa und unsere Länder fortsetzen“. Für den Präsidenten, der schon am Dienstag in Paris mit einer Europa-Rede an der Sorbonne vorpreschen will, kommt das deutsche Wahlergebnis einem Dämpfer gleich. Statt wie geplant mit der Kanzlerin in die Verhandlungen über die Zukunft der Eurozone einzusteigen, muss sich Macron auf eine lange Wartezeit einrichten, bis in Berlin die neue Regierung steht.  

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Regierungssprecher Christophe Castaner kündigte am Montag an, Macron werde „einen Fahrplan“ vorstellen, „um Europa tiefgreifend zu verändern“. Doch es wirkt jetzt schon so, als rede der junge Präsident zur Unzeit. „Ein bitterer Sieg“ titelte die konservative Zeitung „Le Figaro“ und meinte damit nicht nur das schwache Abschneiden der CDU/CSU, sondern auch die Folgen für Frankreich.

          Die liberale Zeitung „L’Opinion“ schrieb unter der Überschrift „Die harten Lektionen Angela Merkels für Emmanuel Macron“, dass wirtschaftliches Wohlergehen allein nicht vor Erfolgen der Rechtspopulisten schütze. Das sei auch eine Warnung für Macron, der glaube, dank des Umbaus der sozialen Sicherungssysteme die Wirtschaftslage  verbessern und auf diese Weise den Front National (FN) zurückdrängen zu können.

          „Die deutschen Wähler haben ein sehr schlechtes Signal an alle Europäer entsendet“, so die Zeitung. Der Einzug der AfD als drittstärkste Kraft im Bundestag sei alarmierend. Die linksgerichtete Zeitung „Libération“ schreibt „Merkel: wer gewinnt verliert“ und zeigt sich beunruhigt über das Erstarken der extremen Rechten in Deutschland.

          Die in internen Machtkämpfen gefangene Front National hingegen jubelte über den Erfolg der AfD. „Bravo an unsere Verbündeten von der AfD für dieses historische Abschneiden. Das ist ein neues Symbol für das Erwachen der europäischen Völker“, kommentierte die FN-Vorsitzende Marine Le Pen.

          Der Politikwissenschaftlicher Dominique Reynié sagte, überall in Europa seien ähnliche Phänomene zu beobachten:  Der Niedergang der großen Volksparteien, eine Strukturkrise der Sozialdemokratie sowie das Erstarken populistischer Bewegungen. Deutschland habe seine Ausnahmestellung in Europa eingebüßt.

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