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Kritik an Wahlforschern : AfD unterliegt im Rechtsstreit

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Der Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, am Montag bei einer Wahlveranstaltung am Brandenburger Tor in Berlin Bild: REUTERS

Der AfD-Vorsitzende Bernd Lucke darf vorläufig nicht mehr behaupten, dass seine Partei in den Rohdaten von Forsa deutlich über der Fünfprozenthürde liege. Das Meinungsforschungsinstitut hat dazu eine einstweilige Verfügung erwirkt.

          Fünf Tage vor der Bundestagswahl hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa eine einstweilige Verfügung gegen den Vorsitzenden der eurokritischen Partei Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, erwirkt. Hintergrund ist der Vorwurf Luckes, Forsa rechne die Zahlen für die AfD herunter, wie ein Sprecher des Kölner Landgerichts am Dienstag bestätigte. Lucke darf demnach vorläufig nicht mehr behaupten, dass die AfD in den Rohdaten von Forsa deutlich über der Fünfprozenthürde liege.

          Lucke hatte den Vorwurf der Manipulation in der Zeitung „Handelsblatt“ erhoben. „Die Forschungsinstitute nutzen den Spielraum der statistischen Analyse, um uns kleinzurechnen“, sagte Lucke. Er habe für seinen Vorwurf „eindeutige Hinweise von Mitarbeitern der Wahlforscher“.

          Forsa-Direktor Manfred Güllner begrüßte die Entscheidung des Gerichts und kritisierte das Vorgehen des AfD-Vorsitzenden scharf. „Das ist schon infam, was er uns vorgeworfen hat“, sagte Güllner dem Internetdienst „Spiegel Online“. Forsa behandele die Partei „wie jede andere auch“. Rohdaten sind die Primärdaten repräsentativer Erhebungen, die jedoch noch einer Stimmgewichtung bedürfen, um soziologische Verzerrungen und tagesaktuelle Ausreißer zu begradigen.

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