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Kahrs über Dohnanyi : „Alte Männer mit Profilneurose“

  • Aktualisiert am

Fordert den Rücktritt von Martin Schulz: der frühere Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (hier auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2011) Bild: Henning

Martin Schulz müsse nach der Wahlniederlage zurücktreten, fordert der frühere Hamburger SPD-Bürgermeister Dohnanyi. Der Sprecher des Seeheimer Kreises Johannes Kahrs hält dagegen – und nimmt Andrea Nahles für den Satz mit der „Fresse“ in Schutz.

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          Der Hamburger Bundestagsabgeordnete und Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises Johannes Kahrs (SPD) hat die Forderung des früheren Hamburger SPD-Bürgermeisters Klaus von Dohnanyi zurückgewiesen, Martin Schulz müsse nach seiner Wahlniederlage als Parteivorsitzender zurücktreten.

          „Wie viele anderen Parteien haben auch wir ein Problem mit alten Männern, die eine leichte Profilneurose haben“, sagte Kahrs FAZ.NET. Dohnanyis Äußerung könne man nicht ernst nehmen. „Wenn man Rentner ist, dann ist man Rentner. Und dann ist es nicht die Aufgabe, der SPD maximal zu schaden.“ Dohnanyi hatte am Mittwochabend in der Sendung „maischberger“ erklärt, Schulz sei „von Anfang an die falsche Wahl“ gewesen und werde „die Probleme nicht lösen können“. „Er kann das nicht, er sollte zurücktreten und den Platz für jüngere Leute frei machen“, sagte Dohnanyi.

          Kahrs nahm auch die neue SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles gegen Kritik aus seiner Partei in Schutz. „Ich finde, Martin Schulz als Parteivorsitzender und Andrea Nahles, das ist eine gute Mischung“, sagte Kahrs FAZ.NET. Zuvor hatte der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering in einem Zeitungsinterview die Trennung von Partei- und Fraktionsvorsitz scharf kritisiert. „Die Oppositionsstrategie muss an einer Stelle verantwortet werden und eindeutig sein“, sagte Müntefering der „Passauer Neuen Presse“. „Bei zwei Zentren ist es komplizierter.“

          Kahrs hingegen sagte: „So, wie es gerade ist, ist es gut für die SPD.“ Noch kurz nach der Bekanntgabe der Personalie Nahles hatte Kahrs sich Anfang der Woche deutlich kritischer geäußert. „Die neue SPD-Fraktion braucht jetzt Zeit, die notwendigen personellen Fragen in Ruhe zu diskutieren“, hatte Kahrs gesagt.

          „Ein Fan von Sigmar Gabriel“: Johannes Kahrs und der frühere Parteivorsitzende
          „Ein Fan von Sigmar Gabriel“: Johannes Kahrs und der frühere Parteivorsitzende : Bild: dpa

          Kahrs wies auch Kritik an Nahles' Äußerung vor der neuen SPD-Fraktion in Bezug auf die Regierung zurück, „ab morgen kriegen sie in die Fresse“. „Das war ein Scherz, der für alle erkennbar war“, sagte Kahrs FAZ.NET. Trotzdem stecke in dem Satz auch ein wahrer Kern. „In der Opposition muss die SPD jetzt klare Ansagen machen. Das hat Andrea Nahles mit ihrem Scherz deutlich gemacht.“

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