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Jusos fremdeln mit FDP : Der gemeinsame Gegner ist weg

  • -Aktualisiert am

Olaf Scholz auf dem Juso-Bundeskongress am Samstag in Frankfurt Bild: Wonge Bergmann

Ein Grund für die Geschlossenheit der SPD war ihre Gegnerschaft zur Union. Und jetzt? Olaf Scholz will sich seine Ampel-Koalition nicht von den Jusos schlechtreden lassen.

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          Obwohl sie nur 25,7 Prozent bei der Bundestagswahl geholt hat, plant die SPD Großes: Sie will dieses Jahrzehnt zu einem sozialdemokratischen machen. Darin sind sich alle in der Partei einig – nur nicht darin, was das bedeutet.

          Die Parteijugend versteht es vor allem als programmatischen Aufbruch. Olaf Scholz und seine Vertrauten meinen schlechterdings die Macht, die Kanzlerschaft. Da sind Konflikte programmiert, sie wurden beim Juso-Treffen am Wochenende schon deutlich. Ganz ähnlich ist es bei den Grünen und ihrer Parteijugend, die sich unter Schmerzen doch für den Koalitionsvertrag ausgesprochen hat.

          Paradoxerweise könnte der Erfolg der SPD dazu führen, dass Spitze und Basis sich wieder voneinander entfernen, zumindest stellenweise. Denn zu Zeiten der großen Koalition hatte man wenigstens einen gemeinsamen Gegner, den man für vieles verantwortlich machen konnte: die Union.

          Und jetzt? Die Jusos schimpfen jetzt schon über die FDP, doch Scholz will sich seine Koalition nicht schlechtmachen lassen. Ausreden lassen sich jetzt im „Fortschrittsbündnis“ nicht mehr so leicht finden. Die Parteijugend aber verfällt angesichts des Wahlergebnisses nicht in Demut, dafür ist der kulturelle Graben zu den Liberalen zu tief. Ihre Parole ist vielmehr: Wir haben gewonnen, deswegen wollen wir nicht nur ein Stück vom Kuchen, sondern die ganze Bäckerei. Konditormeister Kevin Kühnert ist schon schwer an der Arbeit.

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          Mona Jaeger
          Stellvertretende verantwortliche Redakteurin für Nachrichten und Politik Online.

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