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Hipster-Debatte : CDU-Politiker Spahn erntet Spott

  • -Aktualisiert am

Jens Spahn während einer Diskussionsveranstaltung in Schlangenbad am 17. August. Er fordert, dass in Deutschland deutsch gesprochen wird. Bild: Victor Hedwig

Der CDU-Politiker Spahn wirft jungen Hipstern vor, sich in Städten wie Berlin elitär vom Normalbürger abzugrenzen. Ein gefundenes Fressen für Satiriker. Auch sein Ministerium macht mit.

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          Jens Spahn (CDU) hat das Verhalten von Hipstern als „nicht weltoffen, sondern provinziell“ bezeichnet. Besonders störe ihn, dass sich diese Menschen auf Englisch unterhalten und abschotten würden. Dies sagte er in einem Interview mit der „Zeit“. Vor fast zwei Wochen hatte er der Neuen Osnabrücker Zeitung gesagt, ihm gehe es „zunehmend auf den Zwirn, dass in manchen Berliner Restaurants die Bedienung nur Englisch spricht“. Der 37 Jahre alte Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium gilt als junger, konservativer Mann, der mit seinen Positionen gelegentlich auch innerparteilich aneckt.

          In der „Zeit“ kritisiert Spahn das Verhalten der „elitären Hipster“, da sie nur noch Englisch sprächen und nicht mehr Deutsch. „Es ist doch absurd: Wir verlangen von Migranten mit Recht, dass sie Deutschkurse absolvieren, um sich zu integrieren. Währenddessen verlegen sich die Großstädte hipsterhaft aufs Englische und schotten sich so vom Otto Normalverbraucher ab.“ Ihm gehe es dabei „vor allem um uns Deutsche selbst.“

          Dass sich, vorwiegend junge Menschen, auf Englisch unterhielten, vergleicht Spahn mit den Gepflogenheiten des Adels im 18. Jahrhundert. „Im 18. Jahrhundert wurde an allen europäischen Höfen französisch gesprochen.“ Die Adeligen sprachen Französisch, um sich von niederen Ständen, wie etwa Bediensteten, Handwerkern und Bauern, abzugrenzen, denn diese sprachen in der Regel kein Französisch. Spahn spitzt diesen Vergleich weiter zu und wertet dies als „das auffällige Symptom einer bedauerlichen kulturellen Gleichschaltung“.

          Hipster wollen laut Duden durch einen ausgefallenen Kleidungsstil auffallen und pflegen oft einen extravaganten und individualistischen Lebensstil.

          Aus der SPD kommt Kritik an Spahns Aussage. Karl Lauterbach twittert etwa „Spahn setzt Hipster mit Parallelgesellschaft gleich. Sie sind schon nicht mehr ‚Leitkultur‘. Er wird CDU-Spießer.“

          Auch aus den Reihen der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus kommt Häme für die Aussage des CDU-Politikers. Silke Gebel postete auf Twitter, „in der Gebrauchsanweisung für meinen Föhn war Deutsch erst an 3. Stelle. Ist das schon Parallelgesellschaft? Spahn übernehmen Sie.“

          Spott Spaß kommen von Satirikern. Die Satiresendung „extra3“ findet es „komisch. Wir haben Jens Spahn selbst immer für einen Hipster gehalten. So nach CDU-Maßstäben.“

          Kurz darauf erklären die Satiriker aus dem Norden noch die Gefahr, die von Hipstern ausgeht. „Jens Spahn hält Hipster für eine Gefahr. Das geht heutzutage vielen so!“

          Spahn ließ auch die kreativen Köpfe der „Titanic“ einige Parallelgesellschaften entdecken. Auf der Homepage der „Titanic“ heißt es, Hipster seien nicht die einzigen, die sich bewusst abgrenzen würden. „Es gibt hierzulande noch mehr exklusive Biotope, die er sich vornehmen sollte,“ wie beispielsweise die „Tupperware-Tanten: Schotten nicht nur sich erbarmungslos in Wohnküchen vor Otto Normalverbraucher ab, sondern auch Essensreste luftdicht hinter Plastik.“

          Auch das Bundesministerium für Finanzen reagierte mit Humor auf Twitter auf das Interview seines parlamentarischen Staatssekretärs. Das Ministerium lädt Hipster dazu ein, zum Tag der offenen Tür zu kommen. Jens Spahn würde das begrüßen, schrieb das Ministerium. Ganz nebenbei spreche man fließend Englisch und Französisch. „Hello hipsters, come join us for our open day. jensspahn would appreciate it too ;-) Btw we are fluent in English et en francais!“

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