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Interview im „SZ Magazin“ : Peer Steinbrück zeigt den Mittelfinger

Stinkefinger: Peer Steinbrück Bild: dpa/SZ-Magazin/Alfred Steffen

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück zeigt in einem Interview den Mittelfinger. Kalkül oder ein weiteres Fettnäpfchen kurz vor der Wahl?

          Riskantes Kalkül oder nur ein weiteres, vielleicht entscheidendes Fettnäpfchen kurz vor der Bundestagswahl? Mitten in der heißen Wahlkampfphase zeigt Peer Steinbrück seinen Mittelfinger - und dürfte damit für hitzige Diskussionen über den angemessenen Stil eines Kanzlerkandidaten sorgen. Steinbrücks ungewöhnliche Geste wird am Freitag auf dem Titelbild des Magazins der „Süddeutschen Zeitung“ abgedruckt.

          Oliver Georgi

          Redakteur in der Politik.

          Das Magazin hatte Steinbrück für seine Serie „Sagen Sie jetzt nichts...“ interviewt, in der Prominente und Politiker auf Fragen nur mit Gesten reagieren dürfen. Auf die Frage „Pannen-Peer, Problem-Peer, Peerlusconi - um nette Spitznamen müssen Sie sich keine Sorgen machen, oder?“ reagierte der SPD-Kanzlerkandidat mit dem hochgereckten Mittelfinger.

          Nach Angaben von „Süddeutsche.de“ habe Steinbrücks Sprecher Rolf Kleine, der früher Journalist bei der „Bild“-Zeitung war, den Abdruck des Fotos nach dem Interview noch verhindern wollen. Steinbrück habe „etwas zu spontan“ auf die Frage reagiert, wird Kleine zitiert. Steinbrück selbst habe das Foto dann aber mit den Worten freigegeben: „Nein, das ist okay so.“ Gegenüber „Spiegel Online“ sagte Kleine, er sehe in dem Foto keine Schwierigkeit. „Warum sollte ich eine Schwierigkeit sehen?“

          Schon kurz nach Bekanntwerden des Fotos wurde Steinbrück für seine Geste teils heftig kritisiert. „Das kann doch wohl nicht der Stil eines Bundeskanzlers sein“, twitterte FDP-Gesundheitsminister Daniel Bahr. Vizekanzler und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) stellte Steinbrücks Eignung als Kanzlerkandidat infrage. „Die Geste verbietet sich als Kanzlerkandidat. So etwas geht nicht“, sagte Rösler am Rande des Wahlkonvents seiner Partei in Mainz.

          Der SPD-Landesvorsitzende in Schleswig-Holstein, Ralf Stegner, stellte sich hingegen hinter Steinbrück. „Gemessen daran, wie mit Peer Steinbrück zu Beginn des Wahlkampfes teilweise umgegangen wurde, finde ich diese ironische Reaktion sehr verständlich, sagte er „Focus Online“.

          Steinbrück verteidigte die Geste am Donnerstagabend - und hofft auf den Humor der Menschen im Land. „Da werden einem Fragen gestellt, die man übersetzt in Gebärden, in Grimassen, in Emotionen“, sagte Steinbrück am Rande einer SPD-Kundgebung in München über die besondere Interviewform des Magazins. „Das schauspielert man dann. Und ich hoffe, dass die Republik auch den Humor hat, dann diese Grimassen und diese Gebärdensprache bezogen auf die Fragen richtig zu verstehen.“ Auf die Frage, ob er gewusst habe, dass das Magazin dieses Foto auf den Titel nehmen wolle, sagte Steinbrück: „Nein.“

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