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Die Welt reagiert auf die Wahl : „Hitler im Parlament“

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Noch in der Sonntagsausgabe am Wahltag erschienen drei Seiten über Deutschland. Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner schaffte es in die Wochenendbeilage von „El Mundo“, die sich stärker seinem guten Aussehen und seinem jungen Alter widmete. Als „liberal y guapo“ (liberal und hübsch) wurde der mögliche Regierungspartner Angela Merkels beschrieben.

Am Montag dominierte dann zum Teil schon wieder Katalonien. „El Mundo“ war Merkel nur noch ein Einspalter auf der ersten Seite wert. Im Blattinnern folgten fünf weiteren Themenseiten und ein Leitartikel, der sich fragt, welche Folgen der Erfolg der AfD für die Flüchtlingspolitik haben wird. Die katalanische Zeitung „La Vanguardia“ brachte eine kurze Nachricht am unteren Ende der Titelseite. (hcr.)

Griechenland sieht „nazistische Gespenster“

Vor vier Jahren, auf dem Höhepunkt der Eurokrise, verfolgten die Griechen gebannt die Auszählungsergebnisse aus Deutschland und achteten dabei besonders auf die Resultate der AfD. Würde die Partei, die mit Kritik an der „Griechenlandrettung“ bekannt geworden war, den Einzug in den Bundestag schaffen und damit das Klima für eine Fortsetzung dieser Politik erschweren? Groß war die griechische Erleichterung im September 2013, als klar wurde, dass die Partei den Einzug in das deutsche Parlament verfehlt hatte.

Vier Jahre später hat die AfD zwischen Thessaloniki und Kreta ihren Status als Griechenschreck verloren – und an die FDP abgegeben. Man hat in Griechenland aufmerksam registriert, dass FDP-Chef Christian Lindner, seit selbst Bayerns Finanzminister Markus Söder nicht mehr von einem „Grexit“ spricht, der einzige maßgebliche deutsche Politiker ist, der Griechenland aus der Eurozone kegeln will.

Bundestagswahl 2017 : Alternative im Aufwind

Die Einsicht, dass Lindner womöglich bald Regierungsmitverantwortung in Berlin übernehmen könnte, führte am Montag in Athen sogar dazu, dass einige Griechen die Hoffnung ausdrückten, der eigentlich völlig unbeliebte „Zuchtmeister“ Wolfgang Schäuble möge doch deutscher Finanzminister bleiben – da weiß man wenigstens, was man hat.

Zudem weckt das starke Ergebnis der AfD Befürchtungen über einen grundsätzlichen Stimmungsumschwung in Deutschland: „Ein nazistisches Gespenst überschattet die vierte Amtszeit von Merkel“ titelt am Montag beispielsweise das liberale Blatt „Ta Nea“. Die Zeitung, die dem Reeder Evangelos Mariankis gehört, der auch Eigentümer des Fußballclubs Olympiakos Piräus ist, stellt die Frage, was das deutsche Ergebnis für Griechenland bedeute und kommt zu dem Schluss: „Das Problem ist die harte Linie der Liberalen.“

Das Blatt „Ethnos“, das im Besitz von Iwan Savidis ist, einem russischstämmigen Oligarchen aus Rostow am Don, dem auch der Fußballverein Paok Saloniki gehört, titelt am Montag ähnlich: „Ultrarechter Schreck in Berlin. Pyrrhussieg für Merkel.“ Die regierungsnahe Zeitung „Efimerida ton Syntakton“ widmet sich auf sechs Seiten dem Wahlergebnis und erwartet „Unruhe in Europa“. (tens.)

China sieht in Merkel „letzte Hoffnung“ auf Stabilität im Westen

Für China ist Deutschland der wichtigste Wirtschaftspartner in Europa und Kanzlerin Merkel genießt in Peking größtes Ansehen. So freut man sich in Peking über eine neue Amtszeit für die Bundeskanzlerin. Für die deutsch-chinesischen Beziehungen sei das ein gutes Signal, schreibt die offizielle Nachrichtenagentur „Xinhua“ in einem Kommentar. China und Deutschland hätten eine der wichtigsten bilateralen Beziehungen der Welt geknüpft.

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