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Protest von Aktivisten : Hungern und dürsten für ein Klima-Triell

Im Hungerstreik: Der Klimaaktivist Jakob steht in einem Zelt in der Nähe des Reichstagsgebäudes am 15. September auf einer Waage Bild: dpa

Mit einem Hungerstreik wollen Aktivisten die Kanzlerkandidaten zu einem Gespräch zwingen. Am Donnerstag läuft das Ultimatum der Gruppe ab. Einige haben schon aufgegeben – andere wollen noch weiter gehen.

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          Kann man sein Leben riskieren, um den Klimawandel aufzuhalten? Ja, findet Henning Jeschke und nimmt einen Schluck Tee. Ab Donnerstagabend will er auch das nicht mehr tun, will keine Flüssigkeit mehr zu sich nehmen, in einen unbefristeten „trockenen Hungerstreik“ treten. Das geschehe, falls die Kanzlerkandidaten Deutschlands seine Forderung nicht erfüllen. „Wir stellen die Frage nach Leben und Tod“, sagt der 21 Jahre alte Klimaaktivist und rückt die Bettdecke auf seiner Matratze zurecht. Das Recht auf ein würdevolles Leben, ja auf das Überleben überhaupt werde durch die Politiker verletzt, die den Klimawandel nicht ernst nähmen, trotz all der Proteste der jungen Leute von Fridays for Future.

          Markus Wehner
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Der Klimaaktivist sieht sein Vorgehen als letztes Mittel. Jetzt nicht zu handeln, bringe Flutkatastrophen, Dürren und Hungersnöte, auch für Deutschland, sagt er, vielleicht in zehn, sicher in zwanzig oder dreißig Jahren. Deswegen fordert Jeschke, der bis vor kurzem in Lüneburg Politikwissenschaften studierte, ein „Klima-Triell für das Leben“. Annalena Baerbock, Olaf Scholz und Armin Laschet sollen sich einem öffentlichen, im Fernsehen übertragenen Gespräch den Klimaaktivisten stellen. So verlangt es die ganze Gruppe, die in einem Dutzend Zelten zwischen dem Paul-Löbe-Haus des Bundestags und der Spree campiert. Schon 22 Tage dauert ihr Hungerstreik, jeder Tag wird mit einem schwarzen Strich auf einem Brett markiert. „Hungerstreik der letzten Generation“ steht auf einem großen Banner.

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