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FDP vor der Wahl : Lindner will Stimmen aus Überzeugung, nicht aus Kalkül

Christian Lindner beim FDP-Parteitag am Sonntag in Berlin. Bild: EPA

Die Freidemokraten sinnieren darüber, wer sie wählt und warum. Aus Taktik sollten die Leute nicht für die FDP stimmen, sagt Parteichef Lindner. Doch die Vorzeichen haben sich während des Wahlkampfs dramatisch verändert.

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          Die FDP möchte bei den Wählern jetzt um ihrer selbst willen geliebt werden. „Dieses Mal sollten Sie nicht taktisch wählen!“ Das ruft der Bundesvorsitzende der Partei, Christian Lindner, den Zuhörern von seiner Wahlkampfbühne herab zu, wo immer er auftritt. Lindner sagt: „Dieses Mal sollten Sie auf Ihr Herz hören.“ Die Empfehlung hat nicht mehr viel zu tun mit dem Rollenverständnis, das die FDP einst über Jahrzehnte prägte. Und noch etwas ist anders. Oft stehen in diesem Wahlkampf ziemlich viele Junge um Lindners Bühnenwagen herum. In Hannover, wo er dieser Tage auftrat, zeigten sich zahlreiche Schüler in der Menge.

          Johannes Leithäuser
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Nicht nur die Klientel der FDP hat sich gewandelt. In den Verwerfungen der politischen Landschaft haben die Freien Demokraten auch ihre Ziele und ihr Profil anders modelliert. Am Sonntag vor der Bundestagswahl gibt der Anführer Lindner auf einem Parteitagstreffen in Berlin eine neue Zielmarke aus: Platz drei in der Ergebnisliste am 26.September. Das klingt eine Sekunde lang vertraut – war nicht die FDP auch früher immer die „dritte Kraft“ gewesen, nach Union und SPD? Jetzt heißt dritter Platz freilich: stärker sein als die Grünen, als jene Partei also, die die Freien Demokraten seit langer Zeit schon als ärgsten Konkurrenten empfinden – weil sie ihnen vor Jahrzehnten schon jenen dritten Platz streitig gemacht hat, weil es ihr jüngst gelang, in der Sympathie des Wahlvolks aufzuschließen zu den beiden größeren politischen Kräften Union und SPD.

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