https://www.faz.net/-gpf-912op

FAZ.NET-Countdown : Merkel für Merkel und Kuchen für Altmaier

  • -Aktualisiert am

Bisschen Tauber, viel Merkel: ein neues Plakat der CDU Bild: dpa

Die CDU hat eine geniale neue Strategie für den Wahlkampf und bekommt sogar süße Geschenke. Da kann allenfalls ein Babo aus Offenbach mithalten. Alles zum Wahlkampf und den wichtigsten Nebensachen im FAZ.NET-Countdown.

          Zum Start in den Tag ein Quiz: Auf wen oder was will die CDU in der zweiten Phase des Wahlkampfs setzen?

          1. auf Inhalte
          2. auf Angela Merkel
          3. auf eine für den demokratischen Wettbewerb gesunde Mischung aus beidem

          Klar, die Lösung lautet B. Gestern hat Peter Tauber, Generalsekretär der Kanzlerinnen-Partei, die CDU-Strategie für die nächsten Wochen präsentiert. Auf den Plakaten: Angela Merkel. In den nächsten TV-Spots: Angela Merkel – und wie sie die Welt sieht. Sie werden jetzt vielleicht fragen, worin sich die zweite Phase von der ersten Phase des CDU-Wahlkampfs unterscheidet. Geht uns genauso.

          Und die SPD? Ihr Spitzenkandidat wird auch persönlich. Und zwar gegen die Kanzlerin. Die habe im Alleingang dafür gesorgt, dass die große Koalition nicht mehr Reformen geschafft habe, sagte Martin Schulz gestern in Göttingen. Als Beispiele nannte er eine schärfere Mietpreisbremse, veränderte Regeln zur Leiharbeit und die Auto-Maut. Merkel allein blockiert also die komplette stolze deutsche Sozialdemokratie. Spricht nicht gerade für deren Durchsetzungsstärke.

          Wenigstens bei den jungen Leuten könnte sich die SPD ein paar Chancen ausrechnen. Nicht, weil sie selbst so toll ist, sondern weil der Gegner sich manchmal etwa tollpatschig anstellt. Jens Spahn, zum Beispiel, der mit seinen 37 Jahren noch zu den Jungen in der Union gehört. Der hat sich über Berliner Hipster aufgeregt, weil die angeblich nur Englisch sprechen. Und hat damit ordentlichen Spott auf sich gezogen.

          Hipster, das sind diese jungen Leute, die in zu kurzen Jeans, mit dicken Hornbrillen und Tischtennis-Schlägern durch Großstädte laufen und Latte-to-go aus Pappbechern trinken.

          Selbst in Offenbach gibt es welche davon, aber die Fans von Haftbefehl sind dort wohl in der Überzahl. Deshalb hat sich auch ein Kandidat für die Oberbürgermeister-Wahl in Frankfurts beschaulicher Nachbar-Armutshochburg beim örtlichen Vorzeige-Rapper Haftbefehl bedient und auf seine Plakate drucken lassen: „Wähl den Babo“. Damit meinte er tatsächlich sich selbst, auch wenn er am Ende nicht ganz genau sagen kann, was genau der Babo ist, wie er im Interview mit meiner Kollegin Friederike Haupt berichtet. Wer die ernsthafteren Kandidaten in Offenbach sind, lesen Sie heute im Rhein-Main-Teil der F.A.Z.

          Muhsin Senol will Offenbacher Oberbürgermeister werden – und stellte für sein Wahlplakat ein Albumcover des Rappers „Haftbefehl“ nach.

          Kuchen für Altmaier

          Der Babo unter den Werktagen ist ganz klar der Freitag. Das Wochenende steht vor der Tür, selbst Wahlkämpfer treten etwas kürzer. Und mancher Bürger spart sich die Frage, was die Politik für ihn tun kann und tut einfach mal etwas für die Politiker. Und so weist die Nachrichtenagentur dpa in ihrer Vorschau für den Babo-Tag auf einen schönen Termin für Peter Altmaier hin: „Das Team vom Café ,Jung & Alt‘ macht anlässlich des Besuchs des Kanzleramtsministers eine Schwarzwälder Kirschtorte.“

          „The cherry on the cake“ – zu Deutsch „das Sahnehäubchen“ – dieses Newsletters ist der Nutzwert-Teil. Er beginnt mit einer Lese-Empfehlung. Unsere Kollegen vom britischen „Guardian“ haben die durchschnittlichste Stadt Deutschlands besucht, um herauszufinden, was die Republik vor der Wahl bewegt. Dafür haben sie sogar ein Eszett aus der Sonderzeichen-Liste gekramt. Die Reportage aus Haßloch beschreibt eindringlich, worüber sich Deutschland Sorgen macht: Straßen, Flüchtlinge und Einsamkeit.

          Ein geübter Wahlkämpfer würde darauf verweisen, dass es überhaupt keinen Grund zur Sorge gibt. Denn der deutschen Wirtschaft geht es weiter gut, die Staatseinnahmen steigen und steigen. Wie hoch genau, das wird das Statistische Bundesamt heute mitteilen, wenn es vorläufige Zahlen zu den Einnahmen und Ausgaben in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres vorlegt.

          Wichtige Nebensachen

          Noch ein Hinweis für alle Betreiber von Reisebüros und Flugbuchungs-Webseiten. Heute von 13 Uhr an könnte es aus folgenden Städten zu einer erhöhten Zahl von Anfragen kommen: Köln, Hoffenheim und Berlin. Dass gerade Klubs von dort gebannt auf die Auslosung der Fußball-Europaleague schauen, ist ungefähr so, als würden am 25. September die Bibeltreuen Christen, die Grauen Panther und  die Anarchistische Pogo-Partei ihre Plätze im Bundestag buchen. Oder gar die FDP!

          Als reisefreudiger Fan des FC Köln präsentiert der Autor hier noch seine Traumgruppe – für den Fall, dass der Fußballgott oder wenigstens die Antichristen von der Uefa auf der Empfänger-Liste stehen:

          FC Arsenal (ein großer Name muss sein)
          Vitesse Arnheim (wegen der kurzen Anreise)
          FC Zlin  (tschechisches Bier und die Chance auf einen Auswärtssieg)

          Der FC eröffnet am Abend übrigens auch den zweiten Bundesliga-Spieltag. Ein garantiert nicht von Klaus-Michael Kühne finanzierter Tipp: Der FC wird mit 3:1 gegen den Hamburger SV gewinnen. Im FAZ.NET-Tippspiel verspricht diese Vorhersage die volle Punktzahl. So gut wie todsicher ist übrigens auch die Prognose, wer heute Abend in Köln kein Tor schießen wird. Dennis Diekmeier kann einen historischen Rekord aufstellen, wie ihn derzeit wohl nur HSV-Spieler aufstellen kann. Wenn er auch im 183. Bundesliga-Spiel in Folge das Tor nicht trifft, liegt er in dieser Hinsicht vorn. Ganz Köln drückt ihm die Daumen.

          Weitere Themen

          „Sie hat sich bemüht“

          Merkel nach ihrem Urlaub : „Sie hat sich bemüht“

          Angela Merkel ist zurück auf der politischen Bühne, in ihrem Wahlkreis an der Ostsee stellt sie sich Bürgerfragen – auch über die Flüchtlingspolitik und Greta Thunberg. In Berlin stehen unruhige Zeiten bevor. Doch merkt man davon etwas in Stralsund?

          Topmeldungen

          Roboter und Algorithmen übernehmen immer mehr unserer Arbeit, deswegen muss sich auch die Art der Altersversorgung ändern.

          Die DigiRente : Neue Altersvorsorge für die digitale Ära

          Wie die Menschen beim Einkaufen zu Anteilseignern digitaler Maschinen und Algorithmen werden und damit sinnvoll Altersvorsorge betreiben und Vermögen bilden können. Ein Gastbeitrag.

          1:0 gegen Hoffenheim : Hintereggers Blitztor reicht der Eintracht

          Nach 36 Sekunden führte die Eintracht 1:0. Und nach 90 Minuten ebenfalls. Beim Bundesliga-Auftaktsieg gegen Hoffenheim vergibt die Eintracht viele Chancen auf einen höheren Sieg. Hoffenheims Trainer Alfred Schreuder verliert beim Bundesligadebüt.

          „Tatort“ aus Dresden : Echte Kommissarinnen stehen zusammen

          Ein spektakuläres Verbrechen, ein Chef, dem die Nerven durchgehen, und zwei Ermittlerinnen mit Durchblick: Das neue Team des „Tatorts“ aus Dresden wird sich so rasant einig, dass man nur staunen kann.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.