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FAZ.NET-Countdown : Das Spiel um den dritten Platz

Hier dürfen alle mitreden: Sarah Wagenknecht, Cem Özdemir, Joachim Hermann, Christian Lindner, Alice Weidel (von links). Bild: AFP

Der Fünfkampf zwischen den kleineren Parteien hatte im Gegensatz zu dem „Duell“ zwischen Schulz und Merkel wahres Finalpotential. Doch was fangen die Spitzenkandidaten damit an? Alles Wichtige erfahren Sie im FAZ.NET-Countdown.

          Bei der Fußball-WM ist die Sache klar. Den spannendsten Schlagabtausch bietet das Finale. Das Spiel um den dritten Platz ist zwar ein Amuse-Gueule, eine Gaumenfreude für Liebhaber. Aber das Gros der Fans nimmt davon kaum Notiz.

          Bei den TV-Duellen zur Bundestagswahl liegt der Fall anders. Der Kampf der kleineren Parteien, deren Spitzenkandidaten am gestrigen Abend miteinander stritten, hatte deutlich mehr Finalpotential als das großkoalitionäre Arbeitstreffen der Kanzlerin mit ihrem Herausforderer am Sonntag: In den Umfragen liegen Linkspartei, Grüne, FDP und AfD nur ein paar Prozentpunkte auseinander (die CSU spielt in diesem Fall – sorry, Bayern – eine Nebenrolle).

          Ihr Abschneiden setzt den Rahmen für alle denkbaren Koalitionen, egal ob Schwarz-Rot, Schwarz-Gelb oder Jamaika. Ihre Vertreter haben die komfortablere Oppositionsrolle inne oder nehmen sie (im Fall der CSU) zumindest gern mal ein. Die Kontraste zwischen den Parteien sind denkbar groß. Und zu guter Letzt: Die Zahl der Diskutanten war bei ARD und ZDF dieses Mal größer als die der Moderatoren – nicht umgekehrt. Ideale Bedingungen also für kontroverse Diskussionen, die den Wählern bei der Meinungsbildung helfen sollten. Ob Sahra Wagenknecht/Dietmar Bartsch (Linkspartei), Cem Özdemir (Grüne), Joachim Herrmann (CSU), Christian Lindner (FDP) und Alice Weidel (AfD) im Drei- bzw. Fünfkampf der kleineren Parteien diesem Anspruch gerecht wurden? Frank Lübberding hat ihre Auftritte verfolgt und beschreibt seine Eindrücke in der FAZ.NET-TV-Kritik.

          Während des Kräftemessens der Politiker in den Fernsehstudios wurde gestern Abend auch noch richtiger Fußball gespielt. Die Nationalmannschaft empfing in Stuttgart Norwegen zum Qualifikationsspiel für die Fußball-Weltmeisterschaft. Dabei trat die sportliche Frage, ob der Weltmeister seiner Favoritenrolle gerecht wurde, ein Stück weit in den Hintergrund. Nach den Ausschreitungen in Tschechien stellte sich die Frage: Schaffen es die Fans, nach den schockierenden Auftritten von rechtsextremen Chaoten in Prag ein Zeichen gegen Hass und Gewalt zu setzen? Michael Horeni war dabei und schildert seine Eindrücke von einem rauschenden Fußballfest in der vollbesetzten Mercedes-Benz-Arena.

          Was sonst noch wichtig wird

          Unterdessen sucht die Welt weiter fieberhaft nach Antworten auf das immer stärkere Säbelrasseln von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un. Nach dem Test einer Wasserstoffbombe berieten die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates in New York bis in den Montagabend hinein über mögliche Reaktionen. Amerikas UN-Botschafterin wurde dabei am deutlichsten. Kim Jong-un bettele um Krieg, sagte sie.

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          Doch selbst wenn in den nächsten Tagen eine neue Resolution zustande kommen sollte, können Lippenbekenntnisse nicht darüber hinwegtäuschen, dass Amerika, China und Russland nach wie vor unterschiedliche Interessen im Konflikt mit Nordkorea verfolgen. Der junge Diktator sieht sich dadurch offenbar ermutigt, das Atom- und Raketenprogramm seines Landes weiter zu beschleunigen. Der Konflikt mit den Vereinigten Staaten rast immer weiter in eine Sackgasse hinein, aus der es keinen vernünftigen Ausweg mehr zu geben scheint. Selbst Südkoreas Präsident Moon Jae-in sieht das offenbar zunehmend so. Von seinem Annäherungskurs Richtung Pjöngjang rückt der erst im Mai gewählte Präsident immer weiter ab. Über Südkoreas neue Härte berichtet mein Kollege Patrick Welter aus Tokio.

          Zurück zum Wahlkampf: Heute tritt der Bundestag zu seiner letzten offiziellen Sitzung zusammen. Debattiert wird unter dem (denkbar weiten) Motto: „Situation in Deutschland.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel wird sich an die Abgeordneten wenden. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz stellt sich später Fragen von vier prominenten Youtubern. Ein wenig Nachspielzeit also, für die TV-Duellanten.

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