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Koalitionen nach der Wahl : Fast alles ist möglich

Freie Auswahl am Wahltag. Bild: dpa

So richtig „heiß“ ist der Wahlkampf noch nicht. Das liegt zum einen am Charakter der drei Bewerber um das Kanzleramt. Doch Baerbock, Laschet und Scholz wissen auch, dass sie nach dem Wahltag aufeinander angewiesen sein könnten.

  • -Aktualisiert am
          3 Min.

          Keine zwei Monate vor der Bundestagswahl und dem Ende der Ära Merkel wirkt der Prozess zur Regelung von deren Nachfolge mehr wie ein Assessment Center denn wie Diadochenkämpfe. Der Wahlkampf ist eigentümlich lau, obwohl es doch durch die Flutkatastrophe zu einer polarisierenden Auseinandersetzung über die den Wählern ausweislich von Umfragen so wichtige Klimapolitik kommen müsste.

          Eckart Lohse
          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Dass es nicht so kommt, liegt zunächst an den drei Kanzlerkandidaten. Weder der für die Union antretende Armin Laschet noch Sozialdemokrat Olaf Scholz und auch nicht die Grünen-Bewerberin Annalena Baerbock sind vom Typ Haudrauf. Der Einzige, der in diese Kategorie gehört, CSU-Chef Markus Söder, durfte nicht Unionskandidat werden und steht angesichts der Zurückhaltung Laschets verzweifelt am Rande der Wahlkampfarena. Baerbock und Laschet haben, abgesehen von ihrem nicht zur Aggression neigenden Wesen, Skandale oder Skandälchen am Bein, auf die sie defensiv statt offensiv reagieren. Scholz mag sich manchmal in den Arm zwicken, um glauben zu können, dass seine Rolle als Finanzminister im Umgang mit dem wirklich spektakulären Wirecard-Skandal schon vergessen scheint.

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