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Die Wut der FDP : Unter Wasser atmet es sich schlecht

Der Tiefpunkt: Brüderles „Wer Merkel will, muss FDP wählen“ Bild: dpa

Die Liberalen fühlen Wut auf die Union. „Wie sehr sie uns hassen“, wundert sich einer. Nach Manier eines U-Bahn-Schlägers, so empfinden es verbitterte FDP-Vorleute, tritt Merkel die am Boden liegende FDP noch einmal.

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          „Ihr drückt uns unter Wasser“, lamentiert der FDP-Vorsitzende ins Telefon. „Ach was, ihr schafft das schon ...“, entgegnet seine Gesprächspartnerin. Es ist die CDU-Vorsitzende Angela Merkel, Dienstag nach der Bayern-Wahl. Ein paar Tage später, am schlimmsten Wahlabend in der Geschichte der FDP, hat die Kanzlerin für ihren bisherigen Regierungspartner Philipp Rösler nur ein paar SMS-Zeilen übrig. Die bisherige Koalition und der „nette Herr Rösler“ werden abgewickelt. Die FDP-Führung tritt zurück. Was ihnen bleibt sind Gram und Wut. Wut auch auf die CDU.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          Der Vorsitzende der Unionsfraktion, Volker Kauder, schickt seinem bisherigen Kollegen Rainer Brüderle eine Trostbotschaft. Der gescheiterte Spitzenmann schreibt zurück: „Das hätte es unter Helmut Kohl nicht gegeben.“ Sogar Jürgen Trittin von den Grünen, erzählt man nun in der FDP, habe zu Rösler am Wahlabend von Niedersachse zu Niedersachse immerhin ein paar persönliche Worte gesagt. Merkel sei dazu „zu feige“ gewesen. Am Montag danach telefoniert sie lange mit Guido Westerwelle, wie dieser auf seiner New-York-Abschiedsgala mitreisenden Journalisten berichtet. Auch ein Dankeschön.

          „Wie sehr sie uns hassen“

          Rösler habe Merkel dann selbst anrufen müssen. Während am Sonntag bei der FDP in einem kahlen Präsidiumszimmer bittere Tränen fließen, verwandelt sich die geplante FDP-„Wahlparty“ am Alexanderplatz in eine Beerdigung. Unterdessen tanzt beim Koalitionspartner der vergangenen vier Jahre die Parteiführung wie betrunken zur Musik der „Toten Hosen“ – „An Tagen wie diesen“. Kauder beim Karaoke, Ursula von der Leyen beim Kindergeburtstag, Hermann Gröhe ausgeflippt, die Kanzlerin high. Von einem „Rausch“ wird man tags darauf lesen. Die parlamentarische Vernichtung der FDP scheint Teil des Glücksgefühls zu sein, vielleicht nicht bei der Bundeskanzlerin selbst, aber bei anderen in der Union. Das jedenfalls glauben viele in der FDP-Führung. Vielleicht tun sie das auch, um von eigenem Versagen abzulenken. Die Unionskampagne wird als Rache für 2009, Revanche auch für Niedersachsen empfunden. Vier Jahre lang hat man sich nicht gemocht. „Aber wie sehr sie uns hassen“, habe man, sagt einer aus der bisherigen FDP-Führung, einfach unterschätzt.

          Am Morgen nach der Bundestagswahl scherzt Angela Merkel vor einer begeistert johlenden CDU-Belegschaft im Adenauer-Haus, sie habe ja gar nicht gewusst, was sie heute anziehen sollte: „Ich hab’ heute früh vor meinem Kleiderschrank gestanden und irgendwie gedacht: Rot geht nicht, Knallgrün geht nicht. Blau war gestern.“ Nach Manier eines U-Bahn-Schlägers, so empfinden es verbitterte FDP-Vorleute, trete Merkel die am Boden liegenden „Blauen“ noch einmal.

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