https://www.faz.net/-hpp-909sh

Wahlprogramme der Parteien : Innovativ oder inklusiv

Bleibt Bildung Ländersache?

Das Kooperationsverbot für den Schulbereich soll fallen, mit einem neuen Grundgesetzartikel 104c soll der Bund in finanzschwachen Kommunen direkt in Bildungseinrichtungen investieren können. Die Grundfinanzierung an den Hochschulen soll gestärkt und der außeruniversitären Forschung (Max-Planck, Fraunhofer, Helmholtz) eine verlässliche Perspektive gegeben werden. Ein Kernpunkt der Hochschulpolitik sollen hervorragende Lehrer werden, außerdem sollen sich Universitäten in Kooperation mit Fachhochschulen neuen Promotionsmodellen öffnen. Gesenkt werden soll die Zahl der Studienabbrüche – durch eine flexible Studieneingangsphase, Freiräume zur individuellen Studiengestaltung und besserer „Betreuung“ der Studenten.

Für die Zukunft der Hochschulen haben die Parteien verschiedene Pläne. Exzellente Studierenden sollen gefördert, das Bafög gestärkt werden.
Für die Zukunft der Hochschulen haben die Parteien verschiedene Pläne. Exzellente Studierenden sollen gefördert, das Bafög gestärkt werden. : Bild: dpa

Wie die SPD planen auch CDU und CSU, einen Rechtsanspruch auf eine Betreuung im Grundschulalter einzuführen. Mehr als alle anderen Parteien bekräftigen die beiden, dass Bildung Ländersache ist und bleiben soll. Ausdrücklich als politisches Ziel erwähnt wird der Erhalt der Gymnasien. Schultypen und Bildungswege sollen nach dem Willen der C-Parteien überall durchlässiger werden. Nach dem auslaufenden Hochschulpakt wolle man mit den Ländern gute Lehre sowie digital innovative Universitäten und Fachhochschulen stärken. Auch die Berufsausbildung soll gestärkt werden. Gemeinsam mit Ländern, Kammern und Sozialpartnern soll das Modell der „Höheren Berufsausbildung“ etabliert werden.

Rückkehr zum Diplom, Gymnasien erhalten

Die AfD möchte die Vermittlung von Fachwissen statt Kompetenzen in den Mittelpunkt stellen. Die „Genderideologie“ soll aus den Schulen herausgehalten werden, die „Steuerverschwendung durch ,Gender-Forschung‘“ beendet werden. Das mehrgliedrige Schulsystem soll ebenso erhalten werden wie die Sonderschulen. Außerdem spricht sich die Partei gegen Islamunterricht an Schulen aus. Statt des Bachelor-Master-Systems fordert sie eine Rückkehr zu Diplom und Master, denn sie hält die Bologna-Reform für gescheitert.

Das Promotionsrecht müsse den Universitäten vorbehalten bleiben, Deutsch müsse Lehr- und Wissenschaftssprache sein. Das Streben nach immer höheren Abiturienten- und Akademikerquoten sowie unzureichende Kenntnisse von Haupt- und Realschulabsolventen gefährdeten den Nachwuchs in Ausbildungsberufen. Deshalb solle der Wert der beruflichen Bildung stärker gewürdigt werden.

Die Linke meint, das mehrgliedrige Schulsystem zementiere die Wirkungen der sozialen Herkunft („Wer arm oder als Arbeiterkind hineingeht, geht in Richtung Niedriglohn heraus“). Statt eines dreigliedrigen Schulsystems fordert sie eine Gemeinschaftsschule, die ganztägig betreuen und inklusiv sein soll. Förderschulen sollen geschlossen werden, das Kooperationsverbot für den Schulbereich soll fallen. Auszubildenden soll eine Mindestausbildungsvergütung ähnlich dem Mindestlohn beim Berufsstart helfen, außerdem soll das Bafög rückzahlungsfrei auf 1050 Euro erhöht werden. Finanzieren will die Linke das über die Abschaffung des Deutschlandstipendiums, das sie für gescheitert hält.

Weitere Themen

Topmeldungen

Die HMS Defender bei ihrer Ankunft im Hafen von Odessa am 18. Juni

Vorfall im Schwarzen Meer : Wollte die Royal Navy Russland provozieren?

In Großbritannien verstärkt sich der Eindruck, dass die Royal Navy im Schwarzen Meer ein Zeichen setzen wollte. Moskau droht für Wiederholungen mit Bombenangriffen „nicht einfach in den Kurs, sondern auf das Ziel“.

Probleme des DFB-Teams : Höggschde Fahrigkeit

Der Unterschied zur WM 2018, als Deutschland krachend vom hohen Ross fiel, besteht in erster Linie darin, dass sich „die Mannschaft“ nun wehrte. Das Grundproblem aber hat sich nicht verändert.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.