https://www.faz.net/-hpp-8z441

SPD-Pläne : Mehr Kindergeld für arme Familien

  • Aktualisiert am

Mehr als 1,5 Millionen Kinder in Deutschland leben von den Hartz-IV-Sozialleistungen. Bild: dpa

Kindergeld, Kinderzuschlag, Hartz IV – Familienministerin Barley möchte Leistungen erhöhen und Bürokratie vereinfachen. Das könnte sie allerdings erst nach der Bundestagswahl.

          Bundesfamilienministerin Katarina Barley hat die Pläne der SPD für eine Reform des Kindergeldes präzisiert. „Familien mit niedrigen Einkommen sollen deutlich mehr Kindergeld erhalten“, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Ihr Ziel sei, den Kinderzuschlag für ärmere Familien von maximal 170 Euro auf bis zu 201 Euro zu erhöhen und mit dem Kindergeld zu verbinden.

          „Diese neue Leistung muss man einmal beantragen und dann ohne viel Bürokratiekram weiter bekommen können“, erläuterte Barley. „Eine Familie mit geringem Einkommen würde dann für das erste Kind bis zu 393 Euro im Monat erhalten.“ Das entspreche dem errechneten Existenzminimum für das Kind. Insgesamt würden zwei Millionen Kinder in Deutschland davon profitieren. Zu den Kosten sagte Barley: „Wir rechnen mit rund zwei Milliarden Euro im Jahr, die aus dem Bundeshaushalt kommen.“

          SPD-Steuerpläne

          Die Reform des Kindergeldes ist Teil des Steuerkonzepts der Sozialdemokraten, das SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz Anfang der Woche vorstellt hat. Danach sollen Menschen mit geringen und mittleren Einkommen entlastet werden, falls die SPD die Bundestagswahl im September gewinnen sollte. Für einkommensschwache Familien sollen Kindergeld und -zuschlag zu einem erweiterten Kindergeld zusammengefasst werden. Ihr komplettes Wahlprogramm will die SPD an diesem Sonntag auf ihrem Bundesparteitag in Dortmund verabschieden.

          Unser Angebot für Erstwähler
          Unser Angebot für Erstwähler

          Lesen Sie 6 Monate die digitalen Ausgaben von F.A.Z. PLUS und F.A.Z. Woche für nur 5 Euro im Monat

          Zum Angebot

          Barley nannte den Kampf gegen Kinderarmut als wichtigstes Vorhaben für die nächste Wahlperiode. „In Deutschland ist jedes fünfte Kind armutsgefährdet – das ist doch für ein reiches Land wie dieses ein Armutszeugnis“, sagte die frühere SPD-Generalsekretärin. „Alle Kinder sollen bei uns gut aufwachsen und ihre Chancen nutzen können.“ Sie fügte hinzu: „Ich will, dass viele Eltern, hunderttausende Kinder und auch viele Alleinerziehende endlich ohne Hartz IV auskommen.“

          Weitere Themen

          Ölpreis auf Vier-Monats-Hoch Video-Seite öffnen

          Nach Drohnen-Angriff : Ölpreis auf Vier-Monats-Hoch

          Die Anschläge auf die Raffinerien in Saudi-Arabien haben den Ölpreis in die Höhe getrieben. Nun droht ein zusätzlicher Dämpfer für die Weltwirtschaft.

          Topmeldungen

          Brexit-Treffen : Johnson blitzt bei Juncker ab

          Der britische Premierminister Johnson hatte Zuversicht verbreitet, doch seine Gespräche mit Kommissionschef Juncker blieben ohne konkretes Ergebnis. Das erste Treffen zwischen den beiden Politikern findet ein kurioses Ende.
          Die saudische Ölraffinerie in Abqaiq nach dem Anschlag

          Attacken auf Ölanlagen : Der Krieg, in den Trump nicht ziehen will

          Der amerikanische Präsident bleibt nach den Attacken auf saudische Erdölanlagen zögerlich. Einen Schlag gegen Iran scheut Trump – und überlässt die Entscheidung über das weitere Vorgehen Riad.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.