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Mitgliederbefragung in der CDU : Widerstrebende Strömungen an der Basis

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak spricht vor der Konferenz der CDU-Kreisvorsitzenden in Berlin am 30. Oktober mit Journalisten. Bild: dpa

Die CDU kann gar nicht anders, als die Mitglieder in die Wahl der neuen Parteiführung einzubeziehen. Aber das könnte die Gegensätze in der Partei erst recht aufbrechen lassen.

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          Angesichts der Vorgeschichte ihrer Wahlniederlage kann die CDU nicht anders, als die Basis an der Wahl des neuen Parteivorsitzenden zu beteiligen. Das klare Votum der Kreisvorsitzenden für eine Mitgliederbefragung war deshalb so erwartbar wie Novemberregen. Doch das wirkliche Problem der Partei ist nicht, dass ihre Führung gegen den Willen der Mitglieder entschieden hätte. Auch an der Basis bestehen jene widerstrebenden Strömungen, die die Entscheidungen über Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur zu so knappen Angelegenheiten gemacht haben.

          Da gibt es eher konservative Kräfte, die – darin sozialdemokratischen Nostalgikern ähnlich – mit alten Rezepten zu vergangener Größe gelangen wollen, und Modernisierer, die Veränderungen in der Mitte der Gesellschaft im Blick haben. In den Städten ringt die Union um den Anschluss an Milieus, deren Ansichten auf dem Land oft Befremden hervorrufen. In ost- und westdeutschen Landesverbänden zeigen sich unterschiedliche Mentalitäten.

          Wenn die CDU wieder erstarken will, muss sie eine Formel finden, die alle diese Kräfte einbindet. Aber es ist wahrscheinlich, dass eine Mitgliederbefragung die Gegensätze zunächst einmal noch offener aufbrechen lässt. Das „neue Kapitel“, das Generalsekretär Ziemiak aufschlagen möchte, könnte dramatische Höhepunkte zum Inhalt haben.

          Reinhard Veser
          Redakteur in der Politik.

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