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SPD im Umfragehoch : Linke bereitet sich auf Rot-Grün-Rot vor

Die Linken-Vorsitzenden Susanne Hennig-Wellsow und Janine Wissler beim Bundesparteitag im Juni 2021 Bild: EPA

Die Spitzenkandidaten der Linken glauben an eine Koalition mit Sozialdemokraten und Grünen. Das Kalkül der Partei: Die SPD könnte Kanzlerkandidat Scholz nach der Wahl zu einem solchen Bündnis zwingen.

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          Die laut Verfassungsschutz in Teilen extremistische Linkspartei bereitet sich angesichts guter Umfragewerte auf eine Regierungskoalition mit SPD und Grünen vor. „Das Fenster ist so weit geöffnet wie noch nie. Wann, wenn nicht jetzt?“, sagte die Parteivorsitzende Susanne Hennig-Wellsow der F.A.S. Auch die Fraktionsvorsitzende im Bundestag Amira Mohamed Ali sieht einen besonderen Moment gekommen. „Das ist jetzt wieder eine reale Möglichkeit, und darüber wird in meiner Partei natürlich gesprochen“, sagte sie der F.A.S. In jüngsten Umfragen der Meinungsforschungsinstitute Kantar, Infratest Dimap und Forschungsgruppe Wahlen erreicht Rot-Grün-Rot die absolute Mehrheit. CDU/CSU und FDP kommen zusammen auf 32 bis 33 Prozent.

          Justus Bender
          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Innerparteilich werden bei den Linken schon Verhandlungsführer gesucht, um Positionspapiere zu schreiben und nach der Bundestagswahl mit SPD und Grünen über Fachthemen zu sprechen. Es sei „das erste Mal in der Geschichte der Partei“, dass sich die Linke so ernsthaft auf Sondierungen vorbereite, sagte Hennig-Wellsow. Nach Informationen der F.A.S. hat es vor dem Beginn des Wahlkampfes im Frühsommer zwei Treffen zwischen den Parteivorsitzenden der SPD und der Linkspartei gegeben. In der Linkspartei gelten solche Treffen als üblich und unspektakulär. Sie stärken dort den Eindruck, dass Rot-Grün-Rot für die SPD-Vorsitzenden leichter vorstellbar wäre als für den Kanzlerkandidaten Olaf Scholz. „Die Frage einer Koalition wird nachher von den Parteispitzen entschieden“, sagte die stellvertretende Linken-Vorsitzende Martina Renner. Die SPD äußerte sich auf Nachfrage nicht, ob die Treffen stattfanden und welchen Zweck sie hatten.

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