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Attacken auf Abgeordnete : Berlin rügt Moskau für Cyberangriffe

Der deutsche Bundestag Bild: dpa

Hacker greifen deutsche Abgeordnete an. Dahinter stecken nach Erkenntnissen des Auswärtigen Amtes staatliche russische Akteure.

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          Die Bundesregierung beschwert sich wenige Wochen vor der Wahl in einer öffentlichen Rüge bei der russischen Führung wegen gezielter Cyberattacken auf deutsche Bundestags- und Landtagsabgeordnete. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts berichtete, Aktivitäten eines russischen Hacker-Kreises namens „Ghostwriter“ verbänden seit mehreren Jahren Cyberangriffe mit „Desinformations- und Einflussoperationen“.

          Johannes Leithäuser
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Vor allem in der Zeit vor der Bundestagswahl seien jüngst verfälschte sogenannte Phishing-E-Mails an Abgeordnete verschickt worden, um „dadurch Identitätsdiebstahl begehen zu können“. Dem Auswärtigen Amt zufolge hat die Bundesregierung „verlässliche Erkenntnisse“, nach denen die „Ghostwriter“-Aktivitäten „Cyberakteuren des russischen Staates und konkret dem russischen Militärgeheimdienst GRU zugeordnet werden können“.

          Die wiederholten Angriffe haben auf deutscher Seite für schwere Verstimmung gesorgt; vor einigen Monaten war der russische Botschafter deswegen ins Auswärtige Amt einbestellt worden. In der vergangenen Woche protestierte der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Miguel Berger dagegen bei einer Begegnung mit dem Ersten stellvertretenden russischen Außenminister Wladimir Titow. Die beiden trafen sich anlässlich einer Tagung der bilateralen Hohen Arbeitsgruppe Sicherheitspolitik.

          Das Auswärtige Amt wiederholte am Montag öffentlich die Forderung an die russische Seite, die Cyberattacken zu beenden; diese „unzulässigen Cyberaktivitäten“ seien „mit sofortiger Wirkung einzustellen“. Der Vorgang stelle eine „schwere Belastung der deutsch-russischen Beziehungen dar“; die Bundesregierung behalte sich „weiter gehende Maßnahmen vor“.

          Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, hatte schon im Juni mit hoher Wahrscheinlichkeit einen ausländischen Nachrichtendienst für die Attacken gegen deutsche Parlamentarier verantwortlich gemacht. Mittels gefälschter Nachrichten wird bei solchen Datendiebstählen versucht, Zugänge zu persönlichen Informationen der Angegriffenen zu erhalten, die dann in gefälschten Nachrichten eingesetzt oder dazu verwendet werden können, die Betreffenden Erpressungsversuchen auszusetzen.

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