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Endspurt im Wahlkampf : Zwischen FDP und AfD wird es ungemütlich

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Um Platz drei bei der Bundestagswahl wetteifern AfD, FDP und Linke. CDU, SPD und NPD haben mit diesem Kampf wohl nichts zu tun. Bild: dpa

In den letzten Tagen vor der Bundestagswahl wird im Kampf um den dritten Platz der Ton zwischen AfD und FDP rauer. Währenddessen wird auch von anderen Parteien weiter gegen die AfD gewettert.

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          Wer das Rennen um Platz drei im Bundestag machen wird, ist noch offen. Vor allem zwischen AfD und FDP wird der Wettbewerb auf den letzten Metern noch einmal unfreundlich. AfD-Chefin Frauke Petry warf dem FDP-Spitzenkandidaten Christian Lindner vor, er ködere die Unzufriedenen kurz vor der Bundestagswahl mit ungedeckten Schecks. Lindner schmähte die Konkurrenz als populistische Provokationsmaschine, die sich nicht für die Arbeit an Konzepten und Gesetzestexten interessiere.

          Denn der Kampf um den dritten Platz der Bundestagswahl ist laut verschiedener Umfragen noch nicht entschieden. Laut Forsa-Institut würde die Linke drittstärkste Kraft im Bundestag werden, FDP und AfD wären mit neun Prozent gleich auf.

          Das Institut hat im Auftrag von RTL und „Stern“ über 2500 Bürger befragt. Dahingegen kommen laut des Insa-Meinungstrends aus der Dienstagsausgabe der „Bild"-Zeitung die AfD und die Linke mit elf Prozent auf das gleiche Ergebnis. Grund genug, um noch einmal ordentlich Wahlkampf zu machen. Vor allem die Spitzenkandidaten von FDP und AfD geraten dabei aneinander.

          Der Spitzenkandidat der FDP Christian Lindner bezeichnete die Partei von Frauke Petry als populistische Provokationsmaschine, die sich nicht für die Arbeit an Konzepten und Gesetzestexten interessiere. „Die AfD ist sicher gefährlich, weil sie unser Volk für eine rassische, kulturelle und religiöse Einheit hält und Vielfalt bekämpft“, sagte Lindner. Im parlamentarischen Alltag sei die AfD aber „ein Schaf im Wolfspelz“. Die Partei provoziere nur mit Parolen für die Medien.

          Petry entgegnete, der von der FDP am vergangenen Wochenende beschlossene „Trendwende“-Plan sei eine „professionell vermarktete Luftnummer“. Dass Lindner sich für mehr digitale Methoden und Inhalte an den Schulen einsetze, sei das zwar nicht falsch. Es zeige aber auch, dass er „offenbar lange keine deutschen Schulhäuser mehr von innen gesehen“ habe.

          Auch Lindners europäische Lösungen bei Grenzsicherung und Asylpolitik seien unrealistisch. Die FDP hatte auf ihrem Bundesparteitag in Berlin „Zehn Trendwenden für Deutschland“ beschlossen. Damit will sie nach eigenen Worten werben „um alle, die sich nicht von Ängsten einschüchtern lassen“.

          Während der Kampf um Platz drei tobt, wird auch seitens der Union und SPD weiter gegen die AfD gewettert. Kanzleramtsminister Peter Altmaier von der CDU sagte, es sei besser ein Bundesbürger würde gar nicht an der Wahl teilnehmen, anstatt die AfD zu wählen. Seiner Stimme der AfD zu geben sei nicht zu rechtfertigen.

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