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Erfolge im Osten : Das sind die Direktmandats-Gewinner der AfD

  • -Aktualisiert am

Und raus: Die Parteivorsitzende und Direktmandats-Gewinnerin Frauke Petry will nicht Teil der Fraktion sein. Bild: Reuters

In Ostsachsen hat die AfD drei Direktmandate gewonnen. Außer Frauke Petry siegten ein Malermeister und ein Polizist überraschend in ihren Wahlkreisen. Was sind das für Leute?

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          Gleich drei Direktmandate auf einen Streich, das hatte nicht mal die AfD selbst erwartet. Um ein Haar wäre der Partei ein noch größerer Triumph in Sachsen gelungen, am Ende aber gingen in mehreren Wahlkreisen doch noch die CDU-Bewerber mit knappem Vorsprung durchs Ziel. Die drei Gewinner der Direktmandate traten alle in Ostsachsen an: Frauke Petry gewann trotz der Querelen im Kreisverband Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, der die Parteivorsitzende aufgrund ihres moderaten Kurses im Sommer noch wieder loszuwerden versucht hatte, mehr als deutlich.

          Stefan Locke
          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Mit 37,5 Prozent der Erststimmen und knapp zehn Prozent Vorsprung deklassierte sie den CDU-Abgeordneten Klaus Brähmig, der sich selbst als „Platzhirsch“ bezeichnete und den Wahlkreis seit 1990 stets mit Ergebnissen um 50 Prozent für sich geholt hatte. Brähmig scheidet nun aus dem Bundestag aus, weil er aufgrund des insgesamt schlechten CDU-Ergebnisses auch nicht mehr über die Landesliste ins Parlament rutschen kann.

          In Görlitz, dem östlichsten Wahlkreis Deutschlands, nahm mit 32,4 Prozent der bis vor kurzem politisch noch völlig unbekannte Malermeister Tino Chrupalla Sachsens CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer das Direktmandat ab. Seit 2002 hatte Kretschmer, der auch stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist, seinen Wahlkreis immer direkt gewonnen, und zwar mit so großem Vorsprung, dass er auf einen Listenplatz verzichtete. Am Sonntag fehlte ihm am Ende nur ein Prozentpunkt zum Sieg.

          „Beängstigenden Linksruck aller Konsensparteien“

          Chrupalla ist erst seit zwei Jahren überhaupt politisch tätig. Der 41 Jahre alte Mann führt einen Maler- und Lackierbetrieb mit sieben Mitarbeitern und gilt als Vertreter gemäßigter Positionen. Als Grund für sein Engagement in der AfD nennt er unter anderem die „Brüsseler Regulierungswut“, unter der Handwerk und Mittelstand besonders zu leiden hätten sowie die Russland-Sanktionen und „einen beängstigenden Linksruck aller Konsensparteien“. Der dreifache Familienvater will sich im Bundestag für eine Stärkung des ländlichen Raumes, eine „Willkommenskultur für Kinder einheimischer Familien“ und für die Eindämmung der Grenzkriminalität einsetzen.

          Auch im benachbarten Wahlkreis Bautzen siegte der AfD-Bewerber. Er heißt Karsten Hilse, ist Polizist und ebenfalls erst seit zwei Jahren in der Politik. Früher habe er auch CDU gewählt, erzählte der 53-Jährige der „Sächsischen Zeitung“. Aber Atomausstieg, das Aussetzen der Wehrpflicht und die Flüchtlingspolitik halte er für falsch. Deshalb sei er in die AfD eingetreten. „Ich bin patriotisch, aber kein Nationalist“, sagt er. Mit manchen Äußerungen von Parteikollegen, etwa von Jens Maier, habe er zwar Bauchschmerzen, aber das werde parteiintern geregelt. Auch Alexander Gaulands Forderung, Aydan Özuguz, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung „in Anatolien“ zu „entsorgen“, hätte er so nicht gesagt.

          Die Kritik an Frau Özuguz teile er jedoch. Hilse will sich im Bundestag für die Grenzsicherung einsetzen, Familien stärken und die Braunkohleförderung in der Lausitz erhalten. Mit gut 33 Prozent und einem Vorsprung von knapp drei Prozent verwies er den CDU-Kandidaten Roland Ermer auf die Plätze. Ermer, ein Bäckermeister aus der Region, trat erstmals zur Bundestagswahl an. Er kündigte an, sich nun weiter um seine Bäckerei kümmern zu wollen. Für Sachsens CDU aber hat die Aufarbeitung dieser herben Niederlage gerade erst begonnen. 

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