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CDU-Wahlkampf : Es brodelt an der Basis

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Armin Laschet, Kanzlerkandidat der Union und CDU-Vorsitzender, am 5. September 2021 in Hagen. Bild: Reuters

Die Stimmung an der CDU-Basis wird immer schlechter, selbst bei Laschets Unterstützern. Plakate mit seinem Konterfei werden oft nicht einmal aufgehängt, Flyer nicht verteilt.

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          Auf diesen Termin hat sich Sylvia Pantel besonders gefreut. Rainer Wendt, der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, will im Schützenhaus Eller gleich Wahlkampf mit ihr machen. Pantel wartet am Eingang auf ihren Gast, verfolgt, wie sich der Parkplatz füllt. Ein halbes Dutzend Autos ist mit Pantels Konterfei und dem Slogan „Mit Herz und Verstand für unser Düsseldorf“ beklebt. „Das sind alles Freunde, die sich von sich aus dazu bereit erklärt haben“, sagt Pantel. In der nordrhein-westfälischen CDU gilt Pantel seit jeher als Einzelkämpferin. Bisher war sie dabei erfolgreich. Sowohl 2013 als auch 2017 zog sie direkt in den Bundestag ein, holte den Wahlkreis 107/Düsseldorf II jeweils zwar nur mit relativer Mehrheit, aber doch mit klarem Vorsprung vor der sozialdemokratischen Konkurrenz.

          Reinhard Bingener
          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.
          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.
          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Im Bundestag ist Pantel, die auch Sprecherin des konservativen „Berliner Kreises“ ist, eine Hinterbänklerin. Trotzdem hat sie es in den vergangenen Jahren mit ihren kritischen Wortmeldungen über den Kurs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einer gewissen Bekanntheit gebracht. Auch Armin Laschet, den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten und Unionskanzlerkandidaten, sieht sie höchst kritisch. Zuletzt rief Pantel am 20. August Aufsehen hervor. In einer virtuellen Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion forderte sie ihren Kanzlerkandidaten auf, „die Konsequenzen zu ziehen, wenn in zwei Wochen die Umfragewerte nicht besser werden“. Es sei besser, „kurz und schmerzhaft zu reagieren, als gemeinsam unterzugehen“.

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