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Bundestagswahl : Union liegt laut Allensbach-Umfrage deutlich vorn

  • Aktualisiert am

CDU-Chef Armin Laschet und der CSU-Vorsitzende Markus Söder im Juni in Berlin Bild: dpa

Wenige Wochen vor der Bundestagswahl liegen CDU und CSU einer im Auftrag der F.A.Z. durchgeführten Umfrage zufolge weiter deutlich vor SPD und Grünen. Allerdings wird der Vorsprung der Union kleiner.

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          Die jüngste Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der F.A.Z. über die Wahlabsichten bei der Bundestagswahl sieht CDU und CSU klar vorn. In der zwischen dem 5. und 17. August durchgeführten Befragung kamen die Unionsparteien auf 27,5 Prozent, 2,5 Punkte weniger als im Juli. Die SPD erreichte 19,5 Prozent (plus 3,5 Punkte). Die Grünen fielen um zwei Punkte auf 17,5 Prozent, die FDP verlor einen Punkt auf jetzt elf Prozent. Die AfD kam auf elf Prozent (plus 1,5), die Linke auf 7,5 (plus 0,5).

          Noch deutlicher wünschen sich die deutschen Führungsspitzen Armin Laschet als Nachfolger von Angela Merkel. Für das Elite-Panel haben die Meinungsforscher von Allensbach im Auftrag von F.A.Z. und Capital rund 500 der ranghöchsten Entscheider aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung befragt. Allerdings zeigt die Umfrage auch die Schwächen des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten. So halten die Führungsspitzen Scholz für kompetenter und Baerbock für charismatischer als Laschet. Als wahrscheinlichstes Ergebnis der Bundestagswahl gilt in den Chefetagen weiter eine schwarz-grüne Regierung. Der Zuspruch zu einem solchen Bündnis hat jedoch deutlich nachgelassen.

          Bei Forsa liegt Union nur knapp vorne

          Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Instituts Forsa liegt die Union in der Wählergunst jedoch nur noch zwei Prozentpunkte vor der SPD. Im RTL/ntv-Trendbarometer kommen CDU/CSU bei der Sonntagsfrage unverändert auf 23 Prozent, die SPD legt jedoch um zwei Prozentpunkte auf 21 Prozent zu. So knapp sei der Vorsprung der Union in Forsa-Umfragen vor den Sozialdemokraten zuletzt im März 2017 nach der Nominierung von Martin Schulz zum damaligen SPD-Kanzlerkandidaten gewesen, teilte das Meinungsforschungsinstitut mit.

          Während Olaf Scholz mit Sachkompetenz heraussticht, hat Annalena Baerbock das größte Charisma. Armin Laschet überzeugt durch seine Glaubwürdigkeit.
          Während Olaf Scholz mit Sachkompetenz heraussticht, hat Annalena Baerbock das größte Charisma. Armin Laschet überzeugt durch seine Glaubwürdigkeit. : Bild: F.A.Z.

          Grüne und FDP verloren bei Forsa im Vergleich zur Vorwoche je einen Prozentpunkt und kommen nun auf 19 beziehungsweise zwölf Prozent. Die Linken erreichen sechs, die AfD zehn Prozent. Demnach könnten Union oder SPD einen Bundeskanzler stelle, die Grünen nicht.

          Laschet selbst sieht trotz aktuell schlechter Umfragewerte keinen Anlass für einen Verzicht auf seine Kanzlerkandidatur. „CDU und CSU haben klar entschieden“, sagte Laschet am Mittwoch bei einem Wahlkampftermin in Oldenburg auf die Frage, ob er erwäge, zugunsten des bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chefs Markus Söder zurückzuziehen.

          „Ich kommentiere keine guten Umfragen und keine schlechten Umfragen, ich bin im Wahlkampf“, sagte Laschet. „Ich habe Respekt vor den Wählern, die am 26. September eine Richtungsentscheidung für Deutschland fällen.“ Laschet hatte sich in einem kurzen, aber harten Kampf um die Kanzlerkandidatur der Union gegen Söder durchgesetzt.

          In der Forsa-Umfrage sagte ein Viertel der Befragten, die derzeit nicht CDU oder CSU wählen wollen, sie würden bei einem Kandidaten Söder doch für die Union stimmen. Wenn nur die Hälfte dieser Wähler ihre Ankündigung wahr mache, käme die Union auf 33 Prozent, rechnete das Institut vor.

          Anmerkung der Redaktion: Die Umfragewerte der SPD haben sich im Vergleich zur vorangegangen Erhebung des Instituts für Demoskopie Allensbach um 3,5 Prozentpunkte verbessert, nicht um 2,5 Punkte, wie es in einer früheren Version irrtümlich hieß. 

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