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Sondierungsgespräche : Diesmal könnten die Kleinen die Bedingungen stellen

  • -Aktualisiert am

Annalena Baerbock (Mitte), Kanzlerkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, Olaf Scholz, SPD-Kanzlerkandidat und Bundesminister der Finanzen (rechts) mit dem FDP-Spitzenkandidaten Christian Lindner im Juni vor einer Gesprächsrunde des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft Bild: dpa

Wer verhandelt aus einer Position der Stärke, wer muss um sein Verhandlungsmandat bangen? Bei den anstehenden Sondierungen wird einiges anders sein, als man es bisher kannte. Eine Analyse.

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          Eines hat Angela Merkel schon mal an ihren Nachfolger – wer auch immer es wird – vererbt: Auch nach dieser Bundestagswahl herrscht keine Klarheit darüber, wer mit wem eine Regierung bilden will und wird. Aber die Mechanismen der bevorstehenden Sondierungen und Koalitionsverhandlungen könnten überraschend andere sein, als man sie kennt.

          Eckart Lohse
          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Schon am Sonntagabend stand fest, dass der nur geringe Abstand zwischen SPD und Union gleich beide Parteien ermutigt, die Kanzlerschaft für sich zu beanspruchen. Der Unterschied besteht zum einen darin, dass die SPD unter Spitzenkandidat Olaf Scholz 1,6 Prozentpunkte vor der Union mit ihrem Kanzlerkandidaten Armin Laschet gelandet ist. Politisch und für die Kräfteverhältnisse noch wichtiger dürfte aber sein, dass die Union fast neun Prozentpunkte verloren, die SPD dagegen mehr als fünf dazugewonnen hat. Scholz tritt trotz der nur 25 Prozent der SPD aus einer Position der relativen Stärke an, Laschet mit historisch schlechten 24 Prozent für die Union aus einer Position nicht nur relativer Schwäche.

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